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Hagenower Kreisblatt

25. November 2017 | 05:13 Uhr

Weihnachtsmarkt bei 14 Grad

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Lübtheener Weihnachtsmarkt bei frühlingshaften Temperaturen/Bürgermeisterin Ute Lindenau zog im SVZ-Gespräch Bilanz für 2015

svz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 00:34 Uhr

„Das Jahr 2015 war geprägt von Krieg und Gewalt. Damit sind wir hoffentlich durch“, sagte Bürgermeisterin Ute Lindenau bei der Eröffnung des diesjährigen Lübtheener Weihnachtsmarktes. Während die vielen Besucher gespannt darauf warteten, wie der Weihnachtsmann wohl bei Sonnenschein und 14 Grad Celsius erscheinen würde, trug der evangelische Kinderchor mit großem Einsatz sein Weihnachtsliederprogramm vor, ebenso die Floriangruppe der Freiwilligen Feuerwehr und die AWO-Kita „Wiesenkinder“. Außerdem zeigte Puppenspieler Jürgen Wicht aus Garvensdorf bei Wismar ausgesprochen passend für die Lindenstadt das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“.

Die SVZ nutzte die Gelegenheit zum Gespräch mit Ute Lindenau über das zu Ende gehende Jahr.

Auf die Frage nach den Ereignissen, die für sie als Bürgermeisterin das Jahr 2015 vor allem geprägt haben, fiel Frau Lindenau als erstes die Notunterkunft für 180 Flüchtlinge in der Kommandantur des ehemaligen Truppenübungsplatzes ein. „Das kam für alle sehr kurzfristig und überraschend“, erinnert sie sich. Sie selbst war an diesem 17. September bei der Kreistagssitzung, als um 17 Uhr die Busse ankamen. Am Montag zuvor war nur telefonisch lose angefragt worden, ob in der Kommandantur eine Unterbringungsmöglichkeit bestünde. Betreut wurde die Unterkunft dann vom DRK. „Aber es gab viele ehrenamtliche Helfer hier, von ’Wir für Lübtheen‘ oder der evangelischen Kirche zum Beispiel. Lehrer haben Deutschkurse gegeben. Alle haben sich ganz toll gekümmert.“ Am meisten hätte sie beeindruckt, als eine ältere Dame auf sie zukam und Geld für eine Waschmaschine spenden wollte. Sie wäre selbst einmal Flüchtling gewesen und wisse, wie das sei. „Deshalb habe ich ihr auch in diesem Jahr einen Weihnachtsgruß geschickt,“ lächelt Frau Lindenau. Die Flüchtlinge sind nun wieder weg, nur vier sind auf Grund von entstandenen Freundschaften in Lübtheen geblieben.

„Ganz wichtig war in diesem Jahr noch für mich, dass die Ortsdurchfahrt Garlitz nun endlich fertig ist. Auch wenn die Stadt nur für die Seitenbereiche wie Gehwege und Beleuchtung zuständig war.“

Seit dem 1. November ist die Kreisstraße 19 durch Garlitz wieder durchgängig befahrbar. „Ebenso wichtig war, dass wir in diesem Jahr die Gipsstraße in Angriff nehmen konnten.“

Auch die Aufnahme des ehemaligen Truppenübungsplatzes in das Nationale Naturerbe im Sommer sei ein wichtiges Ereignis gewesen. „Vorher bestand ja immer die Gefahr, dass der Platz verkauft wird“, erklärt die geborene Lübtheenerin. „So wie die ehemalige Kommandantur, die nun im nächsten Verkaufskatalog der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben aufgeführt sein wird.“

Auch wenn der Platz jetzt gesperrt ist, verbindet Lübtheen damit große Zukunftspläne. „Natur-Aktiv-Tourismus“ heißt das Zauberwort für die Stadt, die wenig Chancen als Industriestandort hat. „Ich kann mir z. B. Wolfswanderungen vorstellen“, meint die Bürgermeisterin. „Ich kann mir hier auch ein Wolfsmonitoring denken. Es gibt ja in anderen Nationalparks Vorbilder für so etwas. Und ich hätte auch schon gern einen Stützpunkt des Biosphärenreservats hier“. Schließlich werden sich voraussichtlich alle Kernzonen bis auf die im Vierwald bei Boizenburg auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz befinden. „Wir hoffen, dass Ende März 2016 die ersten Wege und Straßen auf dem Platz wieder frei gegeben werden“, sagte Frau Lindenau zum Abschluss des Gesprächs.

Der Weihnachtsmann kam dann übrigens mit einem kleinen roten Traktor.

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