Verwirrung in Bandenitz : Wegeplan irritiert Bandenitzer

Trotz starker Verkehrsbelastung spricht sich Bandenitz gegen eine Umgehungsstraße aus.
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Trotz starker Verkehrsbelastung spricht sich Bandenitz gegen eine Umgehungsstraße aus.

Obwohl sich die Gemeinde 2013 gegen eine Ortsumgehung ausgesprochen hatte, taucht das Projekt jetzt wieder im Bundes-Entwurf auf

svz.de von
26. März 2016, 16:00 Uhr

Die Pläne für eine Umgehungsstraße in Bandenitz sorgen für Irritationen. Obwohl sich die Gemeinde 2013 gegen die Pläne an der Bundesstraße 321 und der Autobahn 24 ausgesprochen hatte, taucht das Projekt wieder im neuen Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan 2030 auf. Und das im vordringlichen Bedarf, also mit guten Chancen, realisiert zu werden.

Der Grund: Die B321 als Anbindung zur Autobahn sei eine der entscheidenden Achsen für den Verkehr von Schwerin in die Metropolregion, sagt Steffen Wehner vom Verkehrsministerium auf Nachfrage. Eine Umgehung wäre daher „sehr sinnig“. Zudem liegen ihm keine negativen Stellungnahmen aus dem Beteiligungsverfahren von 2013 vor. Stattdessen zwei positive: Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin und ein Einwohner aus Bandenitz befürworteten damals das Projekt.

Schon 2003 steht die Ortsumgehung im Bundeskonzept. Als diese dort 2013 wieder auftauchte, berief die Gemeinde kurzfristig eine Bürgerversammlung ein, erinnert sich Bürgermeister Dietrich Groth. Das Ergebnis: ein großes Votum gegen die Ortsumgehung. Sowohl Bürger als auch Unternehmer hätten sich in den Jahren entsprechend auf den Verkehr durch das Dorf eingestellt. Anwohner machten ihre Grundstücke zur Straße hin dicht und richteten nach hintern raus ihre Ruhezonen ein. Betriebe wie die Tankstelle, der Landgasthof, das Autohaus, der Imbiss oder der Caravanhändler leben vom Durchgangsverkehr. „Wenn die Umgehung kommt, kann ich zu machen“, sagt zum Beispiel Holzschuhmacher Dieter Schöttler, der von der „Laufkundschaft“ profitiert.

Deshalb wundern sich jetzt viele in der Gemeinde über die aktuellen Pläne. Der Beschluss und die Unterlagen aus 2013 seien verschickt worden, so Bürgermeister Dietrich Groth. Janine Holz aus dem Amt Hagenow-Land bestätigt das nach einem Blick in ihre Unterlagen. Die schriftliche Stellungnahme sei Mitte Oktober des besagten Jahres rausgegangen. „Außerdem haben wir uns in sämtlichen Beteiligungsverfahren dagegen ausgesprochen“, zeigt auch sie sich irritiert. Etwa im Regionalen Raumordnungsverfahren oder Landesraumentwicklungskonzept.

Steffen Wehner verweist auf die versäumte Frist. Das Schreiben sei zu spät eingegangen und konnte deshalb nicht berücksichtigt werden. Außerdem sei es im Kern keine Ablehnung. Vielmehr mache die Gemeinde Vorschläge, wie man die bestehende Straße entsprechend des erhöhten Verkehrsaufkommens ausbauen könnte. Alternativ schlägt sie eine ortsferne Variante vor. Sollte die Ortsumgehung konkret geplant werden, werde man versuchen, der Stellungnahme der Gemeinde zu folgen.

Doch letztlich „zählt für uns der gemeindliche Wille“, beruhigt der Ministeriumssprecher. „Wir bauen nicht gegen den Willen“ einer Kommune. Zudem sei noch nichts entschieden oder konkret geplant. Bis zum 2. Mai liegt der aktuelle grobe Entwurf zum Bundesverkehrswegeplan aus, bis dahin sind Stellungnahmen möglich. Bandenitz will diese Frist nun nutzen und sich erneut gegen das Vorhaben an der B321 aussprechen.

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