Berufsmesse Hagenow : Weg zu Lehrlingen führt über Praktika

So voll war es auf der Hagenower Messe bereits nach 20 Minuten, am Ende waren es mehr als tausend Besucher.
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So voll war es auf der Hagenower Messe bereits nach 20 Minuten, am Ende waren es mehr als tausend Besucher.

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15. September 2017, 21:00 Uhr

Beeindruckender konnte das größte Speed-Dating für künftige Lehrlinge und ihre Ausbilder nicht ausfallen. Mit Öffnung der Tore des Kühne-Logistikzentrums strömten die Besucher sofort zu den Ständen der 90 Anbieter, bereits nach zwei Minuten war die Riesenhalle voll, herrschte nahezu an allen Ständen reger Andrang. Am Ende waren es 1164 Besucher. Es hätten sogar noch mehr sein können, doch zahlreiche Schüler des Robert-Stock-Gymnasiums waren durch einen anderen Termin schlicht verhindert.

Die wichtigste Nachricht hatte zuvor Kühne-Werkleiter Michael Lampe im SVZ-Gespräche verkündet. So wird es auch im kommenden Jahr eine Fortsetzung der Messe an gewohnter Stelle geben. Denn das Werk, die Umgebung und vor allem der Platz sind Grundlage für den Erfolg dieser Messe, die nur zwei Stunden dauert.

Das sehen die zahlreichen Aussteller nicht anders. „Hier wissen wir, dass jede Menge junge Leute kommen, mit ihren Eltern, hier steht man nicht herum“, verriet Nicole Bleich von der Firma Folienprint.

Manfred Hann, Schichtleiter und Ausbilder bei Block Menü in Zarrentin, hat von der Hagenower Veranstaltung ebenfalls eine hohe Meinung: „Wir sind seit 1995 in Zarrentin, wir bilden aus und Hagenow hat schlicht die beste Messe für den Nachwuchs. Hier muss man sein, denn hierher kommen die Schüler.“

Nicht alle jungen Leute sind freiwillig auf der Messe. Vor allem für etliche 10. Klassen stellt die Messe so etwas wie eine späte Unterrichtsstunde dar. Erscheinen ist Pflicht. Im Wittenburger Schulzentrum wird das beispielsweise so gehandhabt. „BStO“, Berufliche Studienorientierung heißt das Fach.

Nicht umsonst loben Aussteller und Organisatoren gleichermaßen die beteiligten Schulen, die hervorragend mitarbeiten würden.

Doch es sind längst nicht nur die oberen Klassen, die es zu den Ständen zieht. Zum Teil, so berichten es Anbieter, würden die Besucher immer jünger. Teils würden sich schon Elfjährige erkundigen. Für die meisten Firmen kein Problem. Denn direkte Kontakte, die gleich zu einer Lehrstelle führen, werden auf so einer Messe nur sehr selten geknüpft. Viel häufiger entstehen aus den Messebesuchen oft Schülerpraktika. Damit haben Firmen wie Trolli, Block Menü, Riha-Wesergold oder auch Edeka und Brüggen sehr gute Erfahrungen gemacht, wie SVZ an ihren Ständen erfuhr. Die Praktika seien ideal für die Jugendlichen, die betreffenden Firmen und das mögliche Arbeitsumfeld direkt kennenzulernen.

Weiteres Plus für die Hagenower Messe ist die schiere Angebotsvielfalt für Abgänger aus allen Schulformen. Bei 90 Anbietern war am Donnerstag Abend Schluss, einige mussten abgewiesen werden. Platzmangel. Mit dabei sind nicht nur nahezu alle großen Firmen der Region oder Handelsriesen wie Deichmann oder Aldi. Auch kleine Unternehmen zeigen sich. Wie die „kleine Tischlerei“ aus Parum. Das Unternehmen kann sich vor Arbeit kaum retten und hat auf der Messe direkt schon Lehrlinge für eine Ausbildung gewinnen können. Auch am Donnerstag Abend, so teilte man am Stand mit, habe man einige vielversprechende Gespräche mit Interessenten geführt.

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