Zarrentin : Wasser marsch für die Bauherren

Das Wasser soll für die Bauherren im B-Plan 17 in Zarrentin so schnell als möglich wieder fließen.  Fotos: Thorsten Meier
Das Wasser soll für die Bauherren im B-Plan 17 in Zarrentin so schnell als möglich wieder fließen. Fotos: Thorsten Meier

Stadt lenkt im Interesse junger Familien, Käufer und Bauwilliger bei Streit um abgestellte Leitungen und Lärmschutzwall ein

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22. Juni 2017, 05:00 Uhr

Die gute Nachricht zuerst: Im Streit um abgestelltes Wasser im Bebauungsplan 17 hat die Stadt nun eingelenkt.

„Wir wollen nicht, dass auf den Rücken der Bauherren ein Problem ausgetragen wird, für das sie nichts können. Uns war deshalb eine schnelle Entscheidung wichtig, damit sie weiter machen können und vor allem Planungssicherheit haben. Deshalb wird das Wasser wieder angestellt. Wir als Stadt müssen uns weiter mit dem Investor auseinandersetzen, aber das wird keinen Einfluss haben auf das Baurecht“, erklärt Bürgermeister Klaus Draeger im Gespräch mit der SVZ. In jüngster Vergangenheit gab es in dem künftigen Eigenheimstandort für etwa 30 Häuser großen Unmut. Dort lagen die Nerven blank. Denn zwölf  der Grundstücke sind bereits verkauft. Drei Projekte sind im Bau und eines kurz vor der Fertigstellung. Dort erfüllen sich Menschen einen lang gehegten  Lebenstraum, der kürzlich zum Albtraum geworden war. Denn Mietverhältnisse seien  bereits gekündigt worden und Bankzusagen liefen aus. Zwei von vier Bauabschnitten in diesem Bebauungsgebiet sind bereits realisiert, dank eines sogenannten Erschließungsvertrages zur vollsten Zufriedenheit zwischen Kommune und Investor Ulrich Upmeyer.

„Der dritte Bauabschnitt wurde nun zum Zankapfel“, sagt Dirk Schiewer, Chef des Amtes für Bau, Regionalentwicklung und Ordnungsangelegenheiten. „Es muss ein etwa 120 Meter langer Lärmschutzwall gebaut werden, doch der vorhandene Platz reicht für fünf Meter Höhe nicht aus. In der Fläche werden dann nämlich 12 Meter gebraucht. Das Straßenbauamt will dort aber einen Radweg bauen, so dass der Investor dort kein Land zukaufen kann. Er selbst hat nur sechs Meter. Die Baugrundstücke kleiner zu machen, weigert er sich. Seit Januar 2016 laufen deshalb zwischen ihm und uns die Gespräche, die Kommunikation ist recht schleppend“, erinnert sich Schiewer. Der Lärmschutzwall sei nicht Teil des Erschließungsvertrages, deshalb sei vom Investor gefordert worden, dass die Stadt sich an den Kosten beteilige oder den Bebauungsplan ändere. „Wir haben deshalb der Erschließung des dritten Bauabschnittes nicht zugestimmt, solange die Straße nicht abgenommen ist. Deshalb wurde auch das Wasser abgestellt.“ Nun werde man jedoch  die Gespräche mit dem Wasserbeschaffungs- und Abwasserzweckverband aufnehmen,  ebenfalls die Abnahme der Leitungen  vornehmen und die Ver- und Entsorgung bestätigen, teilt der Fachamtsleiter weiter mit. Sollten die Gespräche zwischen  Investor und Stadt nicht zur Einigung führen, werde die Kommune den Lärmschutzwall herstellen und entsprechend des  Kommunalabgabengesetzes und der Erschließungsbeitragssatzung die Kosten von rund 300 000 Euro auf die bevorteilten 15 bis 55 Grundstückseigentümer umlegen. Eine abschließende Prüfung hierzu stehe jedoch noch aus.

Investor Ulrich Upmeyer ist für Nachfragen nicht zu erreichen. Er gehöre nicht mehr dem Unternehmen an und sei in Rente, wurde unserer Redaktion gestern lapidar mitgeteilt.

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