Neuhof/Neuenkirchen : Was über 17 Jahre währt, wird gut

Manfred Muttersbach ließ es sich nicht nehmen, selbst in die Röhre mit Knick zu kriechen.
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Manfred Muttersbach ließ es sich nicht nehmen, selbst in die Röhre mit Knick zu kriechen.

Der verbissene Kampf des Ortsvorstehers Manfred Muttersbach für einen Kriechtunnel auf dem Spielplatz

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27. Mai 2017, 12:00 Uhr

„Du, und deine Hobby-Röhre. Diesen Satz habe ich in den vergangenen Jahren nur allzu oft von genervten Zeitgenossen gehört, wenn ich Klinken putzen war“, berichtet schmunzelnd Manfred Muttersbach im SVZ-Gespräch. Denn seine Penetranz, gepaart mit einem unerschütterlichen Optimismus haben es zuwege gebracht, dass auf dem Spielplatz in Neuenkirchen jetzt ein 8,35 Meter langer Kriechtunnel von den Heranwachsenden in Besitz genommen werden konnte.

„Der vorherige musste im Jahre 2000 leider gesperrt werden, weil die Statik fehlte. Seitdem war mir ein neuer Spielspaß sozusagen eine Herzensangelegenheit, obwohl alle Welt rumunkte, dass ich das sowieso nicht hinbekäme“, erinnert sich der 63-Jährige. Erste Recherchen des gebürtigen Wismaraners, der seit 1994 in Neuenkirchen wohnt und seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik fest im Sattel sitzt, hatten Preise für eine Neuanschaffung aufgerufen, die jenseits von Gut und Böse lagen. „Da sollte eine Röhre mit sechs Elementen mal eben 7000 Euro kosten. Und es wäre dann noch nicht mal ein Knick dabei gewesen.“ Durch Zufall sei er dann auf ein Kunststoffrohr im Bauhandel gestoßen, das als Kanalleitung im Tiefbau verwendet werde. „In Süddeutschland bin ich schließlich bei der Funke Kunstoffe GmbH aus Hamm fündig geworden und habe Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen. Der hat mir schließlich ein unschlagbares wie faires Angebot von netto 1200 Euro gemacht, inklusive der Statik“, freut sich Muttersbach heute noch wie ein Schulbub. „Sogar Spezialwerkzeug zum Zusammenbau hat er mitgeschickt.“

Um das Geld zusammen zu bekommen, hat Muttersbach die Raiffeisenbank Mölln in Wittenberg als Spender von 750 Euro mit ins Boot geholt. Das Geld stammt aus dem Förderprogamm für sozialen Einsatz von Vereinen. Den Rest steuerte die Stadt Zarrentin bei, der bekanntlich die Belange der Kinder und Jugendlichen sehr am Herzen liegt. Bürgermeister Klaus Draeger reiste eigens an, um der Inbetriebnahme des Kriechtunnels beizuwohnen. Spielplätze in Boissow und Bantin sollen ebenfalls demnächst neu gebaut werden. Ob es einen noch längeren Kriechtunnel landauf, landab gäbe, wusste der Ortsvorsteher nicht zu beantworten. Wer es wisse, möge sich bitte bei ihm melden.

„Die Arbeitsleistungen haben wir hauptsächlich über den Schützenverein Neuhof / Neuenkirchen realisiert. Thomas Ulbrich und Hartmut Dreyer stellten uns dankenswerter Weise die Technik kostenlos zur Verfügung. Cora Reinhart, Ortsteilvertreterin, kümmerte sich um die Versorgung mit Getränken und Brötchen. Sieglinde Schröder vom Gasthaus zum See hatte noch spontan Kaffee und Kuchen vorbeigeschickt“, berichtet Muttersbach weiter. Und ganz viel Stolz über den guten Zusammenhalt in den Ortsteilen schwingt in seiner Stimme mit. „Das ist heutzutage nicht mehr überall Gang und Gäbe, dass sich Menschen auf dem Dorf für das Gemeinwohl einsetzen.“ Und zufrieden ist Manfred Muttersbach vor allem darüber, dass er sich trotz aller Unkenrufe nicht habe von seinem Weg beirren lassen. „Was lange währt, wird gut. Sagt der Volksmund. In diesem Fall hat es eben 17 Jahre gedauert. Und sich gelohnt.“

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