Boizenburg : Was sagt Ihre Partei dazu?

Rund 40 Menschen mit Behinderungen aus den Lebenshilfewerkstätten nahmen gestern an der Veranstaltung in Boizenburg teil. Mit dabei auch der amtierende Geschäftsführer Hans-Joachim Grätsch (vorn, 6. v. l) und seine Nachfolgerin Ines Senftleben (5. v. l.) .  Fotos: Katja Frick
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Rund 40 Menschen mit Behinderungen aus den Lebenshilfewerkstätten nahmen gestern an der Veranstaltung in Boizenburg teil. Mit dabei auch der amtierende Geschäftsführer Hans-Joachim Grätsch (vorn, 6. v. l) und seine Nachfolgerin Ines Senftleben (5. v. l.) . Fotos: Katja Frick

Menschen mit Behinderungen aus den Lebenshilfe-Werkstätten diskutierten mit Politikern in Hagenow und Boizenburg im Vorfeld der Wahl

svz.de von
26. August 2016, 05:00 Uhr

Es waren eine Menge Fragen, die die etwa 40 Mitarbeiter der Lebenshilfe-Werkstätten Mölln/Hagenow am Donnerstag den Politikern im Vorfeld der Wahl stellen wollten. Leider waren nur Landwirtschaftsminister Till Backhaus von der SPD und Burckhard Thees (FDP), Vorsteher des Amtes Dömitz-Malliß und Bürgermeister von Neu-Kalliß, der Einladung gefolgt. Bei der Veranstaltung am Tag zuvor in Hagenow mit rund 80 behinderten Menschen waren Elisabeth Aßmann von der SPD, Nicole Wolf von der CDU und Andreas Katz von den Grünen dabei.

„Einige von uns versuchen, in Firmen außerhalb der Werkstätten für Behinderte zu arbeiten. Manchmal klappt das nicht mehr. Warum ist es so schwer, wieder zurückzukommen, warum macht das Amt dabei so oft Probleme?“, war z. B. eine Frage.

„Das kann nicht sein, dass das so schwer ist“, antwortete Burckhard Thees. „Das muss sich ändern. Am besten, Sie nennen mir ein paar konkrete Beispiele, dann kann ich mich darum kümmern.“

Till Backhaus meinte, er fände es richtig und gut, dass Menschen mit Behinderungen versuchen, auf den ersten Arbeitsmarkt zu kommen, das müsse man fördern. Natürlich müssten die Einzelnen erst einmal ausprobieren dürfen, ob das Arbeitsleben dort etwas für sie ist. Im neuen Bundesteilhabegesetz, dessen Entwurf gerade in den Ländern beraten wird, solle stehen, dass die Rückkehr vom ersten Arbeitsmarkt in eine Werkstatt einfacher ist. Die Politik sei aber auch gut beraten, die Unternehmen zu diesem Thema immer wieder umfangreich beraten.

Ob die Kosten zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf Kosten der Behinderten gehen würden, war eine Frage von Katrin Brasch. „Ganz klar: Nein“, antwortete daraufhin Till Backhaus. MV habe 1,6 Millionen Einwohner und 12  000 Flüchtlinge, das sollte zu bewältigen sein.

Burkhard Thees stimmte ihm zu und erzählte aus den Erfahrungen seines Amtsbereiches, wo eine Gemeinde mit 1000 Einwohnern 120 Flüchtlinge aufgenommen habe. Dort habe sich der Bürgermeister sehr engagiert, um diese Menschen zu integrieren. „In meiner Gemeinde Neu Kalliß haben wir die Flüchtlinge in den Fussball- und Karnevalsverein geholt, das trägt Früchte. Wenn wir das überall machen, bekommen wir das mit der Integration in den Griff.“

Guido Burmeister wollte wissen, ob sich bald etwas daran ändern werde, dass es immer noch bei der Berufsunfähigkeitsrente Unterschiede zwischen Ost und West gebe. Die Frage der Rentenangleichung beschäftige Landes- und Bundesregierung, meinte Burckhard Thees. Leider etwas zu spät 26 Jahre nach der Wende, wie er findet.

„Das ist ein Spezialthema der SPD“, freute sich Till Backhaus. „Das hat Erwin Sellering auf Bundesebene durchgesetzt, dass das neue Rentengesetz noch in dieser Legislaturperiode kommen soll.“

„Menschen mit Behinderungen sollen überall dabei sein dürfen. Was planen Sie und Ihre Partei für Maßnahmen, um das umzusetzen?“, war die Frage von Silvana Behnk.

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