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Boizenburg : Was ist da los in der Schillerstraße?

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Arbeiten bei dem derzeit größten Bauprojekt der Stadt verzögern sich.

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Seit dem 22. Mai wird in und an der Schillerstraße gebaut. Dort soll auf 250 Metern die Straße saniert sowie die Schmutz- und Regenwasserkanäle erneuert werden, ebenso wie die Straßenbeleuchtung. Eigentlich sollte der erste Abschnitt für diese Baumaßnahme, die Vorbereitung der Kanalanschlüsse auf der Kreuzung Heinrich-Heine-Straße/ Schillerstraße/ Hans-Jürgen-Peter-Lemm-Straße, längst abgeschlossen sein. Doch die Arbeiten an dem derzeit größten Bauprojekt der Stadt mit ursprünglich geplanten Gesamtkosten in Höhe von 870  000 Euro verzögern sich. „Das Problem ist, dass die Kanalrohre der Heinrich-Heine-Straße so alt sind. Sie stammen aus den 60er-Jahren und sind längst gerissen. Bei einer Kamerabefahrung haben wir festgestellt, dass wir das Baufeld 25 Meter in die Heinrich-Heine-Straße erweitern müssen“, erklärt Simona Achenbach, die derzeit die für die Baumaßnahme verantwortliche Irene Beese vertritt. „Die Rohre, die einmal rund waren, sind oval verformt und werden nur noch durch den umgebenden Lehm gehalten. Sobald man die anfasst, zerbröseln die“, ergänzt Bauamtsleiterin Dagmar Poltier. „Problematisch dabei ist auch, dass die Rohre so tief liegen -vier Meter unter der Erdoberfläche.“ Außerdem habe sich herausgestellt, dass Regenwassereinleitungen aus Gullys in der Hans-Jürgen-Peter-Lemm-Straße noch an den Regenwasserkanal angeschlossen werden müssen. In diese Straße muss das Baufeld um zehn Meter erweitert werden. „Für beide Bereiche sind deshalb Nachträge notwendig“, so Poltier.

„Ich habe eine Eilentscheidung zur Erweiterung des Auftrags getroffen, damit die Baumaßnahmen weitergehen können“, erläutert Bürgermeister Harald Jäschke gegenüber der SVZ. „In Fällen äußerster Dringlichkeit bin ich dazu berechtigt.“ Genauer gesagt waren es vier Eilentscheidungen: Zu einer überplanmäßigen Ausgabe für die erforderlichen zusätzlichen Bauarbeiten in der Hans-Jürgen-Peter-Lemm-Straße über rund 22  000 Euro, über außerplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 31  000 Euro für die Erweiterung des Baufeldes in der H.-Heine-Straße und die beiden dazu erforderlichen Auftragsvergaben an die bereits ausführende Firma TSS GmbH. „Ich habe die Stadtvertreter in der Sitzung am 13. Juli darüber informiert. Da waren aber die zusätzlichen Kosten noch nicht bekannt. Bei der Sitzung am 14. September sollen diese Nachträge nun von den Stadtvertretern genehmigt werden. Aber selbst wenn die Stadtvertreter den Nachtrag nicht genehmigen, läuft die Baumaßnahme trotzdem weiter“, informiert das Stadtoberhaupt.

Die zusätzlichen Bauarbeiten machen die Verlängerung der Vollsperrung (siehe Karte) bis vorraussichtlich zum 17. August weiterhin erforderlich. Sowohl Heinz Gohsmann als Leiter des Bauauschusses als auch Dagmar Poltier bitten die Bürger dringend, die bis dahin geltende Einbahnstraßenregelung zu beachten. „Wir brauchen dringend Baufreiheit, um zügig bauen zu können“, so Poltier. „Wir haben einen engen Zeitplan.“

Offensichtlich ignorieren einige Autofahrer, dass der Eichenweg jetzt eine Einbahnstraße ist und befahren die ihn entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. „Hier ist aber die Einbahnstraßenregelung erforderlich, weil der Bus dort fahren muss und ein Gegenverkehr durch die schmale Fahrbahnbreite nicht möglich ist“, erläutert die Bauamtsleiterin.

Dagmar Poltier ist zuversichtlich, dass die ausführende Baufirma TSS aus Schwerin die entstandene Bauverzögerung von vier Wochen aufholen kann und die Schillerstraße eine Woche vor Weihnachten fertig ist. Allerdings werde das durch die schweren Regenfälle der letzten Tage zusätzlich erschwert. „Solche Extremwetter-Ereignisse sind eine große Herausforderung. Aber so schlecht schlägt sich die Baufirma insgesamt nicht. Mit denen haben wir schon viel und gut gearbeitet.“

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