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Forstamt Radelübbe : Warum sind überall Schlagbäume im Wald zu finden?

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Für den passionierten Radler Otto Ringel gibt es zu viele Schranken im Wald und zur Viezer Heide / SVZ fragte im zuständigen Forstamt Radelübbe nach

von
erstellt am 15.Feb.2015 | 09:00 Uhr

„Was mich stört, sind die zunehmend vielen Schlagbäume in der Umgebung von Hagenow. Wenn ich an die Einfahrt zur Viezer Heide von der B 321 aus denke, konnte ich vor Jahren dort noch mit dem Auto reinfahren, es waren im Wald Parkplätze angelegt, wo ich mein Auto parken konnte. Jetzt versperrt ein Schlagbaum die Einfahrt in den Wald. Das gleiche auch vor Bandenitz und bei einer ganzen Reihe von Wegen rund um Hagenow, die in den Wald führen. Und wenn ich erst eine ganze Weile zu Fuß laufen muss, um in den Wald zu kommen, ist das ein Problem, wenn das Knie nicht mehr so will. Allerdings kann ich von Kirch Jesar aus in die Heide fahren, und erst dann kommt der Schlagbaum. Warum ist das so?“, fragt Otto Ringel in einem „Heißen Draht“ der SVZ.

Wir informierten uns im Forstamt Radelübbe und erfuhren, dass die Schlagbäume hauptsächlich mehr Ruhe in den Wald bringen sollen, in dem die Fahrzeuge gar nicht erst reinfahren dürfen. Offensichtlich nimmt die Forst hier zur Umsetzung des Waldgesetzes (siehe Info-Kasten rechts) hoheitliche Aufgaben wahr und verbietet mit den Schlagbäumen die Einfahrt. Vom Pressesprecher des Forstamtes Radelübbe, Sven Kowalski, ist zu erfahren, dass die Bedeutung der Schranken in vielerlei Hinsicht interessant sei. So gibt es je nach Revier und Lage unterschiedliche Gründe für die Wegsperren.

„Da die Bürger aus Unwissenheit der Gesetzeslage, oder vielleicht hin und wieder auch aus Vorsatz, gegen die Gesetzeslage verstoßen würden, braucht es, wie z.B. ein Stoppschild an einer Kreuzung, eben eine Schranke im Wald. Das hat mehrere Gründe. Als Beispiel will ich die Waldbrandgefahr nennen. Denn die Hitzestrahlung von Kraftfahrzeugen im Sommer führt regelmäßig zu Wald- und Feldbränden. Ein großes und immer wiederkehrendes Problem sind Müllablagerungen im Wald. Einige Bürger sehen den Wald als Müllablagestelle. Auch Gartenabfälle sind nicht gut, da die Gefahr besteht, dass einheimische Pflanzen durch eingeschleppte verdrängt werden und somit den Lebensraum Wald nachhaltig stören. Außerdem lagern im Wald oft Werte, eingeschlagenes Holz. Es kommt regelmäßig zu Diebstählen“, erläutert der Forstmann. Der Wald hat nach seinen Worten eine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion. So brauchen Tiere (brütende Vögel, Nachwuchs bei Säugetieren) Rückzugsgebiete, wo sie ungestört sind, und Bürger brauchen Orte der Ruhe.

Und nicht zuletzt sei der Wald Eigentum von jemandem, nicht selten im Eigentum von privaten Personen. Sie haben zwar nach Informationen des Forstamtes das Betreten ihres Eigentums zu dulden, aber vergleichbar mit dem Garten eines Menschen gehe es darum, die Rechte des Eigentümers mit den Belangen der Allgemeinheit abzuwägen.


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