Warum holte keiner Hilfe?

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10. September 2015, 14:12 Uhr

Keine Frage, es geht chaotisch zu und das seit vielen Tagen. Und das nicht nur in Horst. Völlig unumstritten ist auch, dass alle Mitarbeiter, ob von den betreuenden Maltesern oder vom Ministerium, am Anschlag sind. Und dennoch war es nicht nötig, dass Hunderte Menschen nächtelang im Freien campieren mussten. Und es war so. Es hat nur keiner mitbekommen. Horst im einstigen Niemandsland ist ja so schön abgelegen. Am Ende waren die Zustände aber so schlimm, dass vor allem dem Landrat der Kragen platzte. Und er hat damit Recht getan, nachdem er intern immer wieder zurecht gewiesen wurde.Das für Horst zuständige Ministerium wusste entweder nichts über die wahren Verhältnisse in Horst oder es hat sie billigend in Kauf genommen. Dabei hätte ein Hilferuf „Wir kommen hier nicht mehr klar“,doch genügt. Doch der kam nicht. Stattdessen wurde beschwichtigt und verharmlost.

Das geht nun seit der Nacht zum Donnerstag zumindest in Horst nicht mehr. Jeder weiß, dass es weiter turbulent zugehen wird. Und keiner weiß, wieviele Flüchtlinge noch kommen. Doch im Freien schlafen muss nun wirklich niemand, vor allem keine Kinder. Im Innenministerium muss man nun klären, warum zu lange heile Welt gespielt wurde. Beamtenmentalität und Dienst nach Vorschrift passen nicht zu einer Notlage, das sollte auch der Letzte begriffen haben. Und den Menschen in der Region muss klar sein, das jederzeit von Horst aus Busse auch in ihre Stadt, in ihr Dorf rollen können. Wie sonst sollte diese zentrale Aufnahmestelle wenigstens einigermaßen entlastet werden.

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