Vellahn : Wald der Zukunft wächst nahe Vellahn

Ein echter Knochenjob: Detlef Ickert und Daniel Behnke bringen die Baumsetzlinge in den Boden.  Fotos: Thorsten Meier
Ein echter Knochenjob: Detlef Ickert und Daniel Behnke bringen die Baumsetzlinge in den Boden. Fotos: Thorsten Meier

Hinter dem Waldbad findet derzeit auf einstigem Acker die Erstaufforstung auf einer rund 17.000 Hektar großen Landfläche statt. 58.000 Setzlinge werden gesteckt

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04. April 2017, 05:00 Uhr

„Mit dieser Pflanzung hinterm Waldbad legen wir den Grundstein für eine neue Waldgeneration, die vielleicht in 180 Jahren dann auch diese beachtliche Höhen hat“, sagt Sven Kleinke und zeigt auf die etwa 30 Meter hohen Kiefern in unmittelbarer Nachbarschaft. Deren Stammumfang beträgt zwischen 60 und 70 Zentimeter. Der 43-Jährige ist Leiter des Revieres Vellahn und kontrolliert  die Erstaufforstung auf der rund 17 000 Hektar großen Landfläche, auf der im letzten Jahr noch Weizen wuchs. „Hier sollen etwa 3300 Hektar neuer Wald entstehen. Dafür bringen  wir Eichen, Buchen, Ulmen, Ahorne, Kirschen und Lärchen in den Boden, insgesamt ungefähr 58 000 Pflanzen.“

Waldwirtschaft sei ein Generationsvertrag, betont Mirko Hübner, der zuständige Sachbearbeiter für Forsthoheit und Öffentlichkeitsarbeit. „Insgesamt pflanzen wir mit der Maschine zehn Tage lang und hoffen natürlich auf gutes Wetter“, sagt der 30-Jährige im SVZ-Gespräch. Auf ihr, die mit Tempo 1,3 km/h unterwegs sei,  säßen zwei Männer, die 6000 bis 7000 Bäume am Tag in den Boden brächten.

André Möller, Förster und Mitarbeiter der Güstrower Garten-, Landschafts- und Forstbaugesellschaft mbh, ist Dienstleister rund um den Waldbau. Die Arbeitsschwerpunkte seines Arbeitgeber sind Waldverjüngung, Neuanlage  von Wäldern und Forsten sowie die Pflanzung jeglicher Gehölze im Bereich Forstwirtschaft, Landwirtschaft wie auch dem Garten- und Landschaftsbau.

„Das ist der Wald der Zukunft, der hier heranwachsen wird“, sagt der 31-Jährige. Die Setzlinge seien allesamt standortgerechte Pflanzen. Eine Bodenanalyse habe vorab ergeben, dass dieser ehemalige Acker  ein guter bis sehr guter Standort sei. Die Lärchen, die schneller wüchsen, als alle anderen Bäume, dienten besonders den Eichen als eine Art Sonnenschirm.

Grund  dieser Erstaufforstung ist eine sogenannte Kompensation für eine Sturmflutmaßnahme an der Küste. Dort musste Wald gerodet werden, um einen Deich zu erweitern. Eingriffe in Natur und Landschaft müssen durch geeignete Maßnahmen des Naturschutzes kompensiert werden. So kann der Flächenverlust ausgeglichen werden

„Flächen  dafür zu finden wird jedoch immer schwieriger“, sagt Mirko Hübner zum Abschied.

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