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Michael Luchs sieht sich als Opfer einer unfairen Attacke : Wahlkampf wird zur Schlammschlacht

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Laut Gerüchten soll eine Wohnungen des CDU-Kandidaten Micheal Luchs in der Wittenburger Schlüterstraße, die er an einen jungen Mann vermietet hat, von Prostituierten genutzt worden sein. Dem widerspricht er energisch.

svz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 07:20 Uhr

Wittenburg | Erneut gibt es erhebliche Aufregung um den Wahlkampf in Wittenburg. CDU-Kandidat Michael Luchs ist in einem Medienbeitrag in die Nähe von Zuhälterei gerückt worden. Dem widerspricht der 43-Jährige im SVZ-Gespräch energisch. Er wisse erst seit anderthalb Wochen von den Gerüchten um eine seiner Wohnungen in der Wittenburger Schlüterstraße. Diese an einen jungen Mann seit 1. Mai vermietete Wohnung soll von Prostituierten genutzt worden sein. "Ich habe einen Anwalt mit der Prüfung der Angelegenheit beauftragt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird der Vertrag selbstverständlich gekündigt. Ich habe mit solchen Sachen nichts zu tun und lasse mich auch nicht durch einige Medien in die Nähe der Rotlichtszene rücken."

Luchs, dem das besagte Haus seit 2007 gehört, hat 2009 schon einmal so gehandelt. Auch damals gab es den begründeten Verdacht auf gewerbliche Prostitution. Die Wohnung wurde dem damaligen Mieter gekündigt. Angesichts von 50 Wohnungen, die er habe, könne er nicht jedes Detail und jedes Gerücht wissen. "Ich finde es nur schlimm, dass so etwas jetzt für den Wahlkampf missbraucht wird. Dabei hatten wir uns doch alle in der Stadtvertretung vorher einen fairen Wahlkampf versprochen." Luchs ist sich sicher, woher der Wind weht. "Ich bin davon überzeugt, dass diese Hinweise und Tipps vom politischen Gegner kamen."

Von dort kommen offiziell aber auch inoffiziell heftige Dementis. Margret Seemann, die Kandidatin der SPD, wollte auch gegenüber der SVZ zu dem Vorfall überhaupt nichts sagen. Nur in einem Punkt ist sie klar, sie habe mit diesen Vorfällen nichts zu tun.

Anlass für die Berichterstattung war die plötzliche Absage des CDU-Wirtschaftsministers Harry Glawe zur Eröffnung des sanierten Wittenburger Postgebäudes am kommenden Sonnabend. Diesen Besuch hatte Glawe in seiner Funktion als Minister in der Liste der offiziellen Aktivitäten der Landesregierung aufführen lassen. Doch das wurde ihm von der SPD angekreidet, weil sie Glawes Auftritt als Wahlkampfunterstützung für seinen CDU Kollegen Michael Luchs auslegte. Dabei hat Glawes Ministerium für die Post indirekt mehr als 30000 Euro Fördermittel ausgeben. Insgesamt hab es für den 300 000 Euro teuren Umbau gut ein Drittel Fördermittel.

Glawe zog dennoch zurück und hinterließ vor Ort eine verdutzte CDU. Und dann kamen die Gerüchte um die Wohnung. Der sonst um kein Wort verlegene Wirtschaftsminister hatte einen derartigen Rückzieher vor Monaten schon einmal gebracht, im Grabower Wahlkampf. Auch damals gab es bei der regionalen CDU nur Kopfschütteln.

Aus dem kam gestern auch der scheidende Bürgermeister Norbert Hebinck nicht heraus. Er finde es sehr traurig, dass sich der Kampf um seine Nachfolge so entwickele. Er könne aus seiner Erfahrungen nur sagen, dass die Wittenburger derartige Streitereien überhaupt nicht wollten.

Es ist bereits der zweite große Wirbel um die Wahl. Den ersten gab und gibt es um Plakat eines Privatmannes an der viel befahrenden Straße nach Lehsen, auf dem vor der Wahl Margret Seemanns sehr direkt gewarnt wird.

Volker Siering, der dritte Kandidat für die Bürgermeisterwahl, versteht die ganze Aufregung nicht. "Das wird hier langsam zur Schlammschlacht. Ich verstehe gar nicht, wie sich der Glawe so unter Druck setzten lassen kann. Er kann doch als Minister seine Termine frei wählen und dabei auch seinen Parteikollegen unterstützen. Das passiert öffentlich, da ist nichts Geheimes dran. Als Parteiloser habe ich keinen Minister, der mir hilft, ich muss ohne auskommen. Aber das habe ich ja vorher gewusst." Er, so Siering, halte es auch für völlig verständlich, dass ein Hans-Joachim Hacker von der SPD beim Kinderfest sei und dort seine Parteikollegin Seemann unterstütze.

Den öffentlichen Angriff von gestern finde er im übrigen nicht so fair. Menschlich könne er von Michael Luchs, den er schon lange kenne, überhaupt nicht schlechtes sagen. Doch er wolle sich zurückhalten. Der Erfolg von Bürgermeister Norbert Hebinck habe bewiesen, dass die Bürger es ganz gut fänden, wenn man sich nicht so sehr an eine Partei binde. Es sollte vielmehr um Wittenburg und dessen Zukunft gehen.

Auch Bürgervorsteherin Sybill Moß will sich dafür einsetzen, die Wogen zu glätten. Sie habe zwar an einigen SPD-Wahlveranstaltungen privat teil genommen, sich jedoch auch immer für eine gute Zusammenarbeit mit der CDU-Fraktion eingesetzt.

Genau dieses Zusammenarbeit sieht Michael Luchs nun gefährdet. "Ich habe gestern so viel Anrufe bekommen, wo sich viele Bürger über die ganze Sache aufgeregt haben. Ich weiß nicht, wie hier die Kooperation weitergehen soll. Sicher ist, dass es trotz allem das Postfest am Sonnabend in Wittenburg geben wird."

Für das Gewerbegebiet an der Autobahn gab es in in Wittenburg übrigens vier Jahre lang eine Baugenehmigung für eine große "Saunaanlage" mit bis zu 40 Zimmern und behindertengerechtem Zugang. Doch dieser Riesenpuff ist nie gebaut worden.

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