Amt Neuhaus : Wahlkampf findet praktisch nicht statt

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Nur vereinzelt werben Kandidaten auf Plakaten. Maria Nielsen

Am 20. Januar wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Politische Prominenz ist in ganz Niedersachsen unterwegs. Im Amt Neuhaus aber merkt man kaum etwas von einem Wahlkampf.

svz.de von
11. Januar 2013, 07:18 Uhr

Amt Neuhaus/Lüneburg | Am Sonntag, dem 20. Januar, wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Die politische Prominenz aus Berlin gibt sich die Klinke in die Hand, um die jeweiligen Parteikollegen im Wahlkampf zu unterstützen. Am Donnerstag war Hannelore Kraft (SPD) in Adendorf, am Freitag Ursula von der Leyen in Lüneburg. Im Amt Neuhaus merkt man bisher nicht viel vom Wahlkampf. Nur wenige Wahlplakate sind aufgestellt, die 4099 Wahlberechtigten spielen keine große Rolle. Die Wahlen werden in den Städten gewonnen.

Das Amt Neuhaus gehört zum Wahlkreis 48 Elbe. Der umfasst den ganzen Landkreis Lüchow-Dannenberg und vom Landkreis Lüneburg neben dem Amt Neuhaus noch die Stadt Bleckede, Adendorf und die Samtgemeinden Dahlenburg, Ostheide und Scharnebeck. Er ist flächenmäßig sehr groß. Mit seiner Erststimme wählt der Bürger einen Direktkandidaten. Für die CDU tritt Karin Bertholdes-Sandrock an. Die 60-Jährige ist seit neun Jahren im Landtag und eine glühende Brückenbefürworterin. Für die SPD hat Franz-Josef Kamp seinen Hut in den Ring geworfen. Der Regierungsschuldirektor ist 52 Jahre alt und Fraktionsvorsitzender der SPD im Lüneburger Kreistag. Er trat schon zur Landtagswahl 2008 an und unterlag Bertholdes-Sandrock deutlich (40,6 Prozent zu 25, 2 Prozent).

Für die FDP kandidiert Holger Mertins aus Hitzacker als Direktkandidat. Er ist Bürgermeister der Stadt Hitzacker. Für die Grünen will Miriam Staudte aus Lüneburg wieder in den Landtag, dem sie seit der letzten Wahlperiode angehört. Ihr wird das über die Liste, auf der sie den dritten Platz einnimmt, gelingen. Für viele Amt Neuhauser ist die Grüne als harte Brückengegnerin ein rotes Tuch. Für die Linke tritt Kerstin Rudek, Homöopathin aus Pretzetze an und für das Bündnis21/Rentnerinnen und Rentnerpartei Horst-Helmut Gilles aus Bleckede. Der Softwaretester Torbjörn Bartels geht für die Piraten in den Ring und Ernst-August Röttger aus Adendorf für die Freien Wähler.

Mit seiner Zweitstimme entscheidet sich der Wähler für eine Partei. Er kann neben den etablierten Parteien CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke auch das Bündnis 21/RRP, die Freien Wähler, die NDP, die Partei Bibeltreuer Christen, die Piraten oder die Bürgerechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie wählen. Die Neuhauser Verwaltung sieht sich jedenfalls für den Wahltag gut gerüstet, wie von Nicole Bielenberg zu erfahren war. In den neun Wahllokalen stünden 72 Wahlhelfer bereit, man sei richtig gut besetzt, so Bielenberg.

Ärger über die Modalitäten zur Bürgerbefragung

Was für Frust und Ärger bei Bürgern aus dem Amt geführt hätte, seien die Modalitäten zur Bürgerbefragung. Die Bürgerbefragung zur Elbbrücke wird zeitgleich durchführt. An ihr dürfen sich auch Jugendliche, die mindestens 16 Jahre alt sind, beteiligen. Da die Befragung kein Bürgerentscheid und keine Wahl ist, wird dieser Personenkreis nicht extra benachrichtigt. "Die Jugendlichen müssen einen Personalausweis mitnehmen zur Abstimmung", so Nicole Bielenberg. Wer nicht am Wahltag in seinem Wahllokal abstimmen, sondern vorher seine Stimme zur Brücke abgeben möchte, kann das nur persönlich im Wahlbüro der Gemeinde (bis zum Freitag, 18. Januar, 13 Uhr). Es besteht für Personen, die nicht mobil sind und die nicht ins Rathaus oder am 20. Januar in ihr Wahllokal kommen können, keine Möglichkeit an der Abstimmung teilzunehmen. "Das hat schon für viel Ärger gesorgt und ist auch unverständlich", meinen Nicole Bielenberg und ihre Kollegen.

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