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Hagenower Kreisblatt

18. Dezember 2017 | 15:58 Uhr

Verkehr : Vorsicht! Blinkmuffel am Steuer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kreisverkehrswacht, Landes-Fahrlehrerverband, Polizei und ADAC bestätigen die um sich greifende Unsitte auf den Straßen

von
erstellt am 22.Aug.2017 | 13:36 Uhr

Blinken scheint offensichtlich aus der Mode gekommen zu sein: Polizei, Kreisverkehrswacht und der Fahrlehrerverband M-V beobachten diese Unsitte unabhängig voneinander und bestätigen einen gefährlichen Trend.

Der Kreisverkehrswacht sind die Blinkverweigerer ebenfalls ein Dorn im Auge: „Ich kann das nur bestätigen, seit Jahren wird immer weniger geblinkt. In der Straßenverkehrsordnung ist jedoch eindeutig vorgeschrieben, dass ein Richtungswechsel anzuzeigen ist“, betont Helmut Bode als Vorsitzender. Besonders fatal sei dieses Verhalten für den nachfolgenden Verkehr, so der Dömitzer weiter. „Dadurch entstehen viele gefährliche Situationen auf der Straße, die vermeidbar wären“, sagt Bode, der außerdem dem Fahrlehrerverband Mecklenburg-Vorpommern vorsteht. An den Fahrschulen könne dieses Fehlverhalten nicht liegen.

„Blinken ist ein wichtiges Signal für alle Verkehrsteilnehmer. Wir bringen es den Fahrschülern vernünftig bei. Warum sich bei so vielen von ihnen später diese Unsitte einschleicht, sie diese Vorschrift einfach ignorieren, ist mir persönlich schleierhaft“, gesteht der Experte auf SVZ-Nachfrage. Dabei sei der Blinker nun einmal unser einziges Kommunikationsmittel im Auto. „Dem Nicht-Blinker fällt es meist ja gar nicht auf, dass er mit seinem Verhalten andere ärgert und verunsichert. Denn der Hintermann, der seinetwegen abrupt abbremsen muss, ist ja nicht direkt in seinem Blickfeld. “

Wie viele Unfälle tatsächlich passiert sind, weil Fahrer nicht geblinkt haben, lässt sich an dieser Stelle nicht genau sagen, weil die Polizei diese Zahlen nicht gesondert erhebt.

Keine genauen Zahlen zu Blinkverweigerern

„Wir erleben es leider tagtäglich und können deshalb bestätigen, dass der Blinker von vielen Verkehrsteilnehmern einfach ignoriert wird“, sagt Frank Goede, Leiter des Autobahn- und Verkehrspolizeireviers (AVPR) in Stolpe. Er selber würde es überwiegend beobachten, wenn er privat unterwegs sei, beispielsweise auf dem Arbeitsweg. „Wenn wir mit dem Streifenwagen unterwegs sind, halten sich die Verkehrsteilnehmer an die Vorschriften. Dann traut sich in unserer Gegenwart keiner, nicht zu blinken. Ich weiß aber auch, dass unsere Beamten diese Ordnungswidrigkeit, sobald sie darauf stoßen, rigoros ahnden. Sie kostet zehn Euro“, so der Polizeihauptkommissar weiter gegenüber unserer Lokalredaktion.

Ein eher wohl lächerlicher Betrag, der sicher keinen Blinkmuffel zum Umdenken zwingt, wie die Redaktion vermutet.

Selbst der ADAC will herausgefunden haben, dass etwa ein Drittel aller Fahrer, in Deutschland den Blinker praktisch „links liegen lässt.“ Ob beim Fahrbahnwechsel, Überholen, Ein- und Ausparken oder Abbiegen, immer weniger Fahrer betätigten den kleinen Hebel links hinter dem Lenkrad. Eine recht gefährliche Entwicklung, die schwere Unfälle verursachen könne, so gestern ein Sprecher des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs in München.

„In Paragraf 4 und 9 der Straßenverkehrsordnung steht unter anderem, dass der Richtungsanzeiger für andere frühzeitig und eindeutig zu setzen ist, damit sich der nachfolgende Verkehr auf den Abbiege- oder Spurwechselvorgang einstellen kann“, erklärt gestern Katja Hoppe, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der Polizeiinspektion Ludwigslust.

Fazit: Warum Menschen nicht blinken, bleibt ein Rätsel. Ist es Unkenntnis der Regeln oder nur Gleichgültigkeit? Keiner weiß es genau. Fakt ist, wenn Autofahrer nicht blinken, ist das ein Ärgernis. Vielleicht sollte die mögliche Geldstrafe dafür endlich schmerzhaft nach oben gesetzt werden. Das hilft immer.

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