Bengerstorf : Vorfreude auf die Party des Jahres

Beim Binden der Erntekrone: Heidemarie Buck, Grit Stehr, Bettina Haase, Hannelore Mahnke, Annelie Boldt und Gisela Haase (v.l.n.r.)
Beim Binden der Erntekrone: Heidemarie Buck, Grit Stehr, Bettina Haase, Hannelore Mahnke, Annelie Boldt und Gisela Haase (v.l.n.r.)

Für die Gemeinde Bengerstorf ist das Erntefest gleich aus mehreren Gründen das Fest der Feste

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09. August 2018, 05:00 Uhr

In Bengerstorf wirft ein besonderes Ereignis seine Schatten voraus. Hannelore Mahnke spricht sogar von der Party des Jahres. Die Bürgermeisterin meint das Erntefest, welches hier am Sonnabend, dem 1. September, über die Bühne geht. Mit allem, was nach gutem Brauch dazu gehört, meint die Christdemokratin und denkt dabei an den Umzug durch die Gemarkung, der an diesem Tag um 14 Uhr vor der Festhalle in Groß Bengerstorf startet. Dort ist dann auch das Ziel der mit den Früchten des Feldes geschmückten Wagen voll fröhlicher Fahrgäste zu Blasmusik sowie Kaffee und Kuchen. Am Abend bitten die Veranstalter zum Tanz unter der Erntekrone.

Das mag auf den ersten Blick nicht gerade ungewöhnlich und gewaltig klingen, dennoch spricht die Bürgermeisterin voller Vorfreude vom Fest der Feste und dies gleich aus mehreren guten Gründen.

„Es sei“, wie sie meint, „die Feier, die quasi aus Alt und Jung der Gemeinde eine eingeschworene Gemeinschaft macht.“ Der Zusammenhalt sei schon allein wegen der beiden Freiwilligen Feuerwehren Groß Bengerstorf und Wiebendorf recht groß, doch zum Erntefest scheint die gesamte Gemeinde auf den Beinen zu sein.

Das ist ein Grund für seine Einzigartigkeit: Seit Juni wachsen die Helfer zu einer erfreulichen Anzahl. Die umfangreichen Vorbereitungen beginnen filigran, mit jenem handwerklichen Geschick und der Geduld, die es für das Binden der Erntekrone braucht. Das unverzichtbare Utensil aus zig Garben von Weizen, Roggen, Hafer und Gerste ist Jahr für Jahr ein absoluter Hingucker, mit dem die Gemeinde bei jedem Wettbewerb vordere Plätze belegte. Selbst kühnste Optimisten hätten nie auf solch eine Resonanz zu hoffen gewagt, als 1994 nach längerer Pause der Beschluss zur Wiederbelebung fiel. „Diese Entscheidung erwies sich als ein Volltreffer, der bis heute nichts von seinem Erfolg eingebüßt hat“, erinnert sich Hannelore Mahnke.

Doch genau genommen könnte sich Bengerstorf keine Party leisten und schon gar nicht eine von solch einem Ausmaß. Indes gibt es, und das ist die zweite einzigartige Besonderheit, zwei größere Sponsoren. Somit sind die Finanzen geregelt.
Ein Gefühl, das der Gemeinde spätestens seit der Verordnung für die doppelte Haushaltsführung völlig fremd ist. „Wir verwalten ein finanzielles Minus, das sich Jahr für Jahr um weitere rund 100 000 Euro vergrößert. Da haben wir lediglich unsere Pflichtaufgaben erfüllt“, stellt die Bürgermeisterin fest. Für eigene Vorhaben ist nichts da. „Es gab mal gute Zeiten“, sagt Hannelore Mahnke und denkt an die 90er-Jahre, als sich drei Gemeinden zu einer zusammenschlossen. Sie zählte rund 580 Einwohner und konnte mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Bodenordnungsverfahren etwa in Straßen investieren. Die sind jetzt reparaturbedürftig. Doch die Gemeinde hat kein Geld. „Wenn sich zwei Arme zusammentun, wird daraus kein reiches Paar“, lautet ihre Erkenntnis. Besser fände sie, das Land würde die Kommunen vernünftiger finanziell ausstatten, damit sie überhaupt eine reelle Zukunftschance haben.“ Nun freut sie sich erst einmal auf das Erntefest.



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