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Wittendörp : Vor allem Ältere sind die Verlierer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Immer mehr Geschäfte auf dem Lande machten in den letzten Jahren dicht / Wittendörps Bürgermeister: Hilfsbereitschaft ist gefordert

Der letzte echte Dorfkonsum in der Gemeinde Wittendörp schloss vor etwa zwei Jahren seine Pforten. Das war in Dodow. Weil der Umsatz immer weiter zurückging. Und die Geiz-ist-geil-Mentalität ihm ein Überleben leider nicht sicherte. Discounter auf grüner Wiese taten ein Übriges. Früher einmal gab es fast in jedem kleinen Ort Einkaufsmöglichkeiten. Davon können besonders ältere Menschen heute nur noch träumen. Für sie wird es leider immer schwieriger, sich mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen.

Wittendörps Bürgermeister Bernd Ankele sieht diese Entwicklung schon seit längerem mit Sorge. „Wer das Glück hat, dass regelmäßig Bäckerautos, rollende Einkaufsmärkte oder Schlachter in seinem Heimatort vorbeikommen, kann sich wenigstens mit Essen und Trinken versorgen. Aber wo das nicht passiert, haben es besonders Ältere schwer. Vor allem Frauen, die keinen Führerschein haben“, berichtet Ankele. Der 69-Jährige weiß wovon er spricht. Schließlich schnackt er allzu oft mit vielen der etwa 2900 Einwohnern seines rund 104 Quadratkilometer großen Amtsbereiches mit den 13 Ortsteilen. Menschen, die nicht mobil wären, seien stattdessen auf Familien, so noch vorhanden, hilfsbereite Nachbarn, Bekannte und Freunde angewiesen, so der Ehrenamtliche weiter. „Was mich persönlich fasziniert ist, dass es noch ältere Leute gibt, die mit dem Rad einkaufen fahren, weil sie selbst kein Auto haben.“ Im selben Atemzug fordert Ankele den Ausbau der K 27 zwischen Gammelin und Wittenburg. Hier sei es für Radfahrer wegen der schmalen Fahrbahn und des geflickten Belages besonders gefährlich. „Das dort noch nichts passiert ist, grenzt nahezu an ein Wunder.“

Ankele ist aber auch Realist genug, um zu akzeptieren, dass sich das langsame Sterben der kleinen Läden in den vergangenen Jahrzehnten nicht aufhalten ließ. „Die Kaufkraft der Menschen hierzulande ist nun mal geringer, als anderswo. Da zählt eben jeder Cent. Vor allem beim Einkaufen. Das ist eine Tatsache, die die Politik gern verkennt.“

Wie stark die Abnahme der sogenannten Tante-Emma-Läden in den vergangenen Jahren war, lässt sich bundesweit ziemlich genau beziffern. Demnach sank die Zahl der Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel innerhalb von nur vier Jahrzehnten um fast 75 Prozent. Von etwa 150 000 auf gerade mal noch um die 38 000.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Sonnabend.

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