zur Navigation springen

Wolfgang Pupke rettet Framo vor Verschrottung : Von wegen Schrott: „Das sind Schätze“

vom

„Ist der nicht schön?“, fragt Wolfgang Pupke und schleicht um einen alten verrosteten Framo in Mannis Werkstatt. Ganz zufällig hat er das Auto im Strohhaufen in der Ecke einer Scheune im Spreewald entdeckt.

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 09:56 Uhr

Zarrentin | "Ist der nicht schön?", fragt Wolfgang Pupke und schleicht um einen alten verrosteten Framo in Mannis Werkstatt. Ganz zufällig hat er das Auto im Strohhaufen in der Ecke einer Scheune im Spreewald entdeckt. "Ich wollte eigentlich von dem Bauern dort eine alte Kartoffelschleuder abholen und dann finde ich sowas." Der Bauer hatte den alten Framo längst vergessen und wäre Wolfgang Pupkes Blick nicht beiläufig in die Scheunenecke gefallen, dann wäre auch der Framo irgendwann nur noch ein Fall für die Schrottpresse gewesen. "Der Gedanke tut weh", sagt Wolfgang Pupke. Also kam er ein zweites Mal in den Spreewald, diesmal mit dem Autotrailer. Heute steht der grüne Framo in einer Zarrentiner Werkstatt und wird von dessen Meister Manni Bolduan nach Feierabend wieder hergerichtet. Pupke schaut regelmäßig vorbei, will wissen, wie es vorangeht und ob Manni auch wirklich die fehlenden Originalteile noch irgendwo auftreiben kann. "Viel müssen wir gar nicht suchen", sagt Bolduan. "Der Wagen ist in einem guten Zustand, Lampen, Scheibenwischer, Spiegel, Kabel sind alle noch die originalen." Sogar die Uhr, die früher im Armaturenbrett des Barkas-Vorgängers steckte, hat Wolfgang Pupke kürzlich zufällig auf dem Pferdemarkt in Havelberg entdeckt. In Havelberg, auf dem Oldtimermarkt, machen Pupkes jedes Jahr mit ihrem Wohnwagen Urlaub. "Wir fahren nie weit weg", erzählt Annegret Pupke. "Im Urlaub soll man sich doch glücklich fühlen", sagt ihr Mann. "Und wir sind glücklich, wenn wir auf Märkten unter Gleichgesinnten sind. Hier mal schwatzen und dort mal kramen. Immer bummeln und kleine Schätze finden. Das gefällt uns."

Zu Hause in Brahlstorf sammelt er alte Landmaschinen. Pferdegrasmäher, Dreschkästen, Mähbinder und Kartoffelschleudern. "Damit haben unsere Eltern gearbeitet. Die Kinder heute sollen wissen, was das noch für ein Quälkram war", sagt er. Sein größter Wunsch? "Ein 175er Mähdrescher und ein wieder fahrtüchtiger Framo." Im nächsten Jahr will er mit seiner Frau damit auf Tour gehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen