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Hagenow : Von einem der auszog, Bikes zu rocken

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Nils Magerfleisch aus Hagenow baut als leidenschaftlicher AC/DC-Fan in seiner Freizeit Motorräder um und verpasst ihnen nicht nur ein phänomenales Airbrush

Nils Magerfleisch ist ein eingefleischter Biker, einer, durch dessen Venen wahrscheinlich sogar Superbenzin pulsiert, statt des roten Lebenssaftes. Und er hat mit viel Enthusiasmus alles bewegt, was in der untergegangenen DDR zwei Räder hatte. „Meine erste MZ habe ich bereits 1980 umgebaut. Da schwappte die erste Chopperwelle aus dem Westen rüber. Meine Tante hat mir damals sogar einen Magura-Hochlenker geschickt. Das frisierte Zschopauer Ding habe ich gefahren, bis die Volkspolizei als Spaßbremse die Zulassung einkassierte. Die durften damals ohne nachvollziehbaren Grund umgebaute Bikes einfach stilllegen.“

Nach der Wende kaufte sich der 48-Jährige eine Kawasaki VN 1600 und war glücklich wie Bolle über seinen fetten Cruiser. Er hatte sich die Vulcan mit ganz viel Liebe und Herzblut umgebaut und konnte sich kein besseres Bike vorstellen. Bis zu diesem verhängnisvollen Wochenende im Herbst vor knapp 14 Jahren.

„Ich war mit ein paar Kumpels aus Berlin auf Fischbrötchen-Spritztour an die Küste unterwegs, um gepflegt ein paar Kilometerchen abzuspulen. Einige von ihnen waren mit ihren Suzuki M 1800 angereist. Meine Kawa sah gegen diese Kraftprotze echt mickrig aus“, erinnert sich der gebürtige Hagenower. Seit dieser Sekunde stand für ihn fest, dass er auch genau so ein Moped haben wolle. Ein paar Wochen später holte der bekennende Selbstschrauber, der sich seine Brötchen zurzeit als Maurer in Hamburg verdient, eine 2006er Intruder vom Hänger und parkte sie sofort in der Werkstatt.

„Als leidenschaftlicher AC/DC-Fan lag das Motto des Umbaus auf der Hand. Aus der serienmäßigen Suzi sollte ein ,Monster of Rock’ werden. Ich habe unter anderem Reifen und Felgen verbreitert, Heck und Schwinge modifiziert, eine Lampenmaske gebaut und vieles neu vercromt. Lackierung und Airbrush habe ich selbst besorgt. Das habe ich mir mit der Zeit beigebracht. Wer die Kraft und die Herrlichkeit eines Power-Cruisers zu schätzen weiß, kommt an der M 1800 nicht vorbei“, erzählt Magerfleisch und zeigt in seinem Werkstatt-Pavillion, sozusagen dem wahrgewordenen Spielhaus eines Mannes, stolz Fotos seines stählernen Traumes. Hier entstehen hauptsächlich in den Wintermonaten in fünf- bis sechsmonatiger Bauzeit seine rollenden Kraftpakete. „Ich habe so viel Spaß daran“, gesteht der Zweiradfan. Und ließ bald schon Umbauprojekt Nummer zwei folgen. Diesmal steht „Back in Black“ als Zielvorgabe. Und wieder muss eine Suzi dran glauben. Mittlerweile ist der Hobby-Schrauber Mitglied im M 1800-Forum, wo er deutschlandweit rund 800 Gleichgesinnte um sich weiß. „Wir sind eine norddeutsche Truppe von 20 bis 25 Bikern aus Hamburg, Bad Oldesloe, Lübeck sowie Stade und treffen uns regelmäßig zu Ausfahrten. Das ist einfach nur geil.“

Warum er sein Hobby nicht zum Beruf gemacht habe, liegt für Nils Magerfleisch auch klar auf der Hand. „Mein alter Herr hat mir immer eingetrichtert, einen Job zu machen, der mich und meine Familie ernährt. Die Costumer-Welt ist launisch und schnelllebig. Ich bin froh, auf meinen Vater gehört zu haben.“

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erstellt am 30.Jun.2014 | 15:32 Uhr

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