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Lübtheen : Von der Versicherung irrtümlich für tot erklärt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Herrmann Hüls (79) aus Lübtheen wurde durch eine Namensverwechslung irrtümlich für tot gehalten

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Es gibt nicht viele Menschen, die erzählen können wie  es ist, wenn man seine eigene Todesnachricht erhält. Hermann Hüls (79), Rentner aus Lübtheen, kann das seit wenigen Tagen. Zu verdanken hat er das seiner Versicherung Provinzial. Die schickte seiner Frau an einem Sonnabend ein Schreiben mit folgendem Wortlaut: „Wie wir erfahren haben, ist Hermann Hüls gestorben. Wir sprechen Ihnen dazu unser Beileid aus.   Wir möchten gerne alles tun .... .“ Dumm nur, dass der angeblich Verstorbene zu Hause war und die Nachricht von seinem Tod gleich persönlich erfuhr. „Ich musste das zweimal lesen, weil ich es  zunächst gar nicht glauben konnte“, erzählte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Seine Frau Wilma (76)  und er hätten im ersten Moment sogar daran gedacht, die Polizei zu rufen, weil sie einen Betrug vermuteten. Doch da sie tatsächlich einen Vertrag mit der Provinzial haben, ausgerechnet den über eine Sterbegeldversicherung, grübelten die beiden Rentner doch noch das ganze Wochenende darüber nach, ob sie nicht doch einen Fehler gemacht hätten. Dann ging Hermann Hüls in die Sparkasse, wo auch die Provinzial  ihr Büro hat, und begrüßte die dort Anwesenden mit den Worten: „Ich bin’s“ und zeigte auch seinen Ausweis vor. Da das ominöse Schreiben aber aus Kiel kam, wusste in Lübtheen zunächst auch keiner von etwas. Nur der Filialleiter der Sparkasse reagierte schnell und gab schon mal ein kleines Entschuldigungsgeschenk mit. Ein paar Tage später kam dann ein zweites Schreiben von der Versicherung, nicht minder lapidar. „Bitte entschuldigen Sie unseren Brief vom....  Durch eine Namensgleichheit kam es zu dieser Verwechslung. Ihr Vertrag ändert sich nicht.“

Das war Hermann Hüls dann doch zu dünn. „Ich hätte das schon gern erklärt bekommen, so einfach kann man mich ja nicht für tot erklären. Meine Frau und ich haben uns ja auch schon Gedanken gemacht, was da passiert sein könnte. Dass es vielleicht einen anderen mit meinem Namen gibt, das kann ich mir schon vorstellen. Aber dass derjenige auch noch eine Frau haben soll, die auch Wilma heißt, das war uns dann doch zuviel.“

Heiko Wischer, Pressesprecher  der Provinzial Nord Brandkasse Aktiengesellschaft reagierte dann sehr schnell auf unsere Nachfrage:

„Wir möchten uns in aller Form bei Herrn und Frau Hüls entschuldigen und werden dazu auch noch einmal kurzfristig die Familie kontaktieren und dies in angemessener Form in einem Gespräch tun. So ein Fehler sollte natürlich nicht passieren. Hier handelte es sich um ein Versehen einer Mitarbeiterin bei der Eingabe des Namens aufgrund einer Namensgleichheit. Wir nehmen den Fall zum Anlass, unsere Mitarbeiter für das Thema zu sensibilisieren, damit so etwas nicht wieder vorkommt. Das gilt auch für den Brief an den Kunden nach Entdecken des Fehlers. Das Schreiben war in dieser Form ebenfalls nicht angemessen und entsprach auch nicht dem Stil unseres Hauses“, teilte er mit.

Konkret war es wohl so, dass es tatsächlichen einen Provinzial-Kunden mit gleichem Namen gab, der gestorben war. Dieser wohnte aber in den alten Bundesländern. Der Fehler passierte dann beim Abgleich der Adresse und auch bei der Versicherungsnummer. Grundsätzlich werde das Unternehmen offiziell von Sterbefällen informiert und prüfe dann die Zuständigkeit. Inzwischen hat sich die zuständige Mitarbeiterin direkt bei der Familie Hüls gemeldet, und eine kleine Aufmerksamkeit für den Totgesagten ist auch unterwegs.

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