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Hagenower Kreisblatt

22. November 2017 | 21:28 Uhr

Zarrentin : Von den Nachbarn lernen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Fachtagung über Zusammenarbeit der Biosphärenreservate und Metropolregion Hamburg zeigt Potenziale auf

von
erstellt am 23.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Die faszinierenden Landschaften mit ihren wertvollen Ökosystemen um den Schaalsee und entlang der Elbe ziehen jährlich zahlreiche Besucher in die  Region. Die beiden Biosphärenreservate im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung. Und durch die Nähe zur Metropolregion Hamburg haben die Reservate  ein Alleinstellungsmerkmal, das es nun  gilt, weiter auszubauen.

Auf einer Fachtagung am Donnerstag im Kloster Zarrentin trafen sich über 120 Leute aus allen wichtigen Gesellschaftsbereichen, um der Frage nachzugehen, wie die Potenziale der Modellregionen zum gegenseitigen Nutzen entwickelt werden können. Dabei soll  die Zusammenarbeit mit der Metropolregion Hamburg alle Bereiche umfassen –  Wirtschaft, Kultur, Tourismus und Freizeit. „Die Biosphärenreservate können ein wichtiges Instrument dazu sein, die unterschiedlichen Belange, die im ländlichen Raum aufeinander stoßen, in Einklang zu bringen: die wirtschaftlichen Interessen der  dort lebenden Menschen, ihr Bedürfnis nach Erholung, die Chancen, die sich aus einem verträglichen Tourismus ergeben, aber eben auch der Schutz von Natur und Umwelt“, betont Christian Frenzel, Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommerns. Die Entwicklung der Biosphärenreservate würde  ohne die Menschen, die dort leben, nicht funktionieren.  Es seien multifunktionale Konzepte, bei denen die regionalen Akteure eine besondere Rolle spielen. Ihr Lebensumfeld müsse nachhaltig weiterentwickelt und nach außen getragen werden. Sie leben nicht  in einem geschützten Reservat vergleichbar mit einem Museum.

Das sei eine häufige Annahme, bestätigt Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission. „Biosphärenreservate werden häufig als reine Schutzgebiete wahrgenommen.“ Es seien aber keine  abgeschnittenen Blasen, sondern lebenswerte Lebensräume, fügt sie hinzu. „Ich bitte Sie, mit Ihrem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung nicht nachzulassen. Erkennen Sie die großen Chancen, die nachhaltige Entwicklung auch künftig für Ihre Region bietet“, betont sie auf der Tagung.

Welche positive Entwicklungen eine ländliche Region durchlaufen kann, zeigt  das Biosphärenreservat am Schaalsee.  Die Region sei völlig abgenabelt gewesen, sagt Amtsleiter Klaus Jarmatz. Innerhalb kürzester Zeit habe sie sich jedoch weiterentwickelt – eine Identitätsbildung im ländlichen Raum.

Experimentiert und modellhaft entwickelt wird in den Biosphärenreservaten und in der  Metropolregion Hamburg, in der es   insgesamt fünf anerkannte Unesco-Reservate gibt. Ziel der Fachtagung am Donnerstag in Zarrentin war vor allem, das breit angelegte Tätigkeitsfeld der Biosphärenreservate  näher kennenzulernen und die besonderen Potenziale  für eine zukunftsfähige Entwicklung der Metropolregion Hamburg herauszuarbeiten. Gemeinsame Ideen  sollen entwickelt werden für eine  weitere Vernetzung der  Akteure. Die Ergebnisse der Tagung sollen dann in die jeweiligen Gremien weitergeleitet werden, aus denen  neue Projekte für die Region abgeleitet werden können.

 

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