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Hagenower Kreisblatt

24. September 2017 | 05:22 Uhr

Vom Zellstoff zum Spezialpapier

vom

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2010 | 10:13 Uhr

Neu Kaliß | Papiertechnologe, so Dömitzer Schüler bei einer Befragung, das hört sich langweilig an. Für Gernold Stier steht fest: "Der Beruf des Papiertechnologen ist alles andere als langweilig".

Um seinen Worten Gewicht zu verleihen, führt der Leiter Finanzen, Einkauf und Personal der Neu Kaliß Spezialpapier GmbH Besucher gerne durch eine kleine Eisentür in den wuchtigen Bauch einer Halle, in der eine monströs große Maschine steht. Die Schrägsiebpapiermaschine reicht fast bis zur Decke, ist über 60 Meter lang, tonnenschwer und rund 40 Millionen Euro teuer. Wer in der Spezialpapier-Fabrik seine Ausbildung als Papiertechnologe absolviert, bekommt es zwangsläufig auch mit dieser Maschine zu tun. "Unsere Lehrlinge hier lernen mit nachwachsenden Rohstoffen zu arbeiten und eine technisch anspruchsvolle Anlage zu fahren, um technisches Spezialpapier herzustellen", sagt Stier, spricht dann von einer dreijährigen Ausbildung und hervorragenden Übernahmemöglichkeiten. 85 Prozent der ausgebildeten Papiertechnologen, so Stier, seien seit der Firmeneröffnung 1992 in Neu Kaliß übernommen worden. Pro Jahr werden zwei Jungen oder Mädchen für diesen Beruf in Neu Kaliß fitgemacht. Florian Erlebach gehörte im vergangenen Jahr zu den neuen Auszubildenden und ist nun im zweiten Lehrjahr. Der 18-Jährige kommt aus Gorleben und ist an diesem Tag seit sechs Uhr im Betrieb. Er sorgt dafür, dass in der Stoffaufarbeitung Zellstoffballen per Laufband in den Bereich des Werkes gelangen, in dem der Rohstoff mit Kunstfasern und Ausschusspapier angereichert wird. Stoffaufarbeiter, Papiermaschinengehilfe, Rollerführer, Rollergehilfe, Qualitätsprüfung im Labor - dies sind Stationen, die ein Lehrling durchläuft. "Die Arbeit hier ist vielfältig und körperlich nicht sehr anstrengend", sagt Erlebach. Mittlere Reife, Noten in Mathe, Chemie und Biologie zwischen zwei und drei. Das sind Einstellungskriterien, die er erfüllte. Nun gehört er zur 130-köpfigen Belegschaft des Melitta-Tochter-Unternehmens, das 2010 mit einem Umsatz von 35 Mio. Euro rechnet und rund 15 000 Tonnen Spezialpapier pro Jahr produziert. 90 Prozent davon ist Rohpapier, das vornehmlich Tapetenhersteller im In- und Ausland für Vliestapeten benötigen.

Dass Erlebach nach der Lehre auch für den Drei-Schichten-Betrieb eingesetzt wird, das stört den jungen Mann nicht sonderlich. Vielmehr wird er sich nach der Lehre Gedanken machen, ob er noch seinen Meister machen will. Meister, die werden in der Spezialpapierfa brik auch gebraucht.

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