Elbbrücke bei Darchau : Vom Traum blieb nur die Hoffnung

Die Sonne geht unter hinter der Elbbrücke in Dömitz.
Die Sonne geht unter hinter der Elbbrücke in Dömitz.

Brücke über die Elbe bei Darchau ist Dauerthema, das die Gemeinde nicht loslässt. Sie wurde versprochen, passiert ist aber nichts

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05. Februar 2018, 05:00 Uhr

„Sie können sich auf mich verlassen, dass die Brücke kommen wird“, sagte Christian Wulff auf der Feier zum 15-jährigen Jubiläum der Rückgliederung des Amtes Neuhaus. Damit beantwortete der damalige Ministerpräsident Niedersachsens eine unausgesprochene Frage, die nicht nur die Menschen im Amt Neuhaus, sondern ebenso auf der linken Seite der Elbe beschäftigte: Wird es eine nun eine Elbquerung zwischen Darchau und Neu Darchau geben, oder nicht?

Mittlerweile liegt dieses Versprechen nun schon zehn Jahre zurück, doch eine Brücke über die Elbe existiert im Amt Neuhaus noch immer nicht. Dabei gibt es, so erzählt man sich, bereits seit den 1930er-Jahren Überlegungen eine zusätzlich Elbquerung im Gebiet der heutigen Gemeinde zu bauen. Und der Kreativität scheinen dabei keinerlei Grenzen gesetzt zu sein. So hat der ehemalige Forstamtsleiter Peter Busch seinerzeit in einem Gespräch mit SVZ-Redakteur Michael Seifert einmal vorgeschlagen, eine Hängebrücke aus Holz solle für die Fußgänger und Fahrradfahrer über die Elbe gebaut werden. Allerdings sei dies natürlich keine adäquate Lösung für die unzähligen Autofahrer und Pendler, musste sich der Forstamtsleiter selbst eingestehen.

Nichtsdestoweniger stellt sich die Frage, wieso es nach all den Jahren, in denen die Brücke bereits im Gespräch und in der Planung ist, noch immer keine solche gibt. Die Landesregierung würde das Projekt nachdrücklich unterstützen, betonte Christian Wulff bei den Feierlichkeiten zum 15. Jubiläum. Doch schon wenig später ist klar, was dem Brückenbau im Weg steht: Geld, vielmehr fehlendes, ist offenbar der Hauptgrund für die Entscheidung gegen eine Elbquerung.

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus, seines Zeichens selbst gebürtiger Neuhauser, kann den Wunsch der Bürger nach einer Brücke verstehen, macht in Gesprächen und Ansprachen jedoch immer wieder deutlich, dass der Brückenbau seit der Rückgliederung eine originäre Aufgabe des Landkreises Lüneburg und des Landes Niedersachsen sei. Eine finanzielle Unterstützung des Nachbarlandes Mecklenburg-Vorpommern sei dabei nicht zu erwarten. Auch Niedersachsens Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) machte in dieser Sache schon vor Jahren eine klare Ansage: Ja zur Brücke, aber nicht um jeden Preis. Die Kosten für den Landkreis dürften zehn Millionen Euro nicht überschreiten.

Und daran hat sich der Landkreis bisher gehalten. Nach der Sitzung des Kreistages Lüneburg im Juli 2015 schrieb der heutige Hagenower Redaktionsleiter Mayk Pohle: „Um 17.04 Uhr war es gestern endgültig vorbei mit der Elbbrücke. Nach erregter, turbulenter Grundsatzdebatte hat der Kreistag Lüneburg mit 32 zu 24 Stimmen das Projekt der Elbbrücke endgültig beendet.“

Abfinden will sich die Mehrheit der Menschen im Amt Neuhaus damit allerdings nicht. Sie träumen weiter von einer Elbquerung. Und auch in der Politik ist das Thema Brücke noch nicht gestorben. Und so fragen sich die Einwohner der Gemeinde und eine ganze Region: Ist der Traum von der Elbbrücke tatsächlich ausgeträumt oder gibt es für das Amt Neuhaus doch noch Grund zur Hoffnung? Welche Funken, seien sie auch noch so klein, diese am Leben erhalten, lesen Sie im kommenden Teil unserer Serie.

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