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Interview Steffen Holz : Vom Puppentheater ins Radio

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Seit 24 Jahren moderiert Steffen Holz bei Antenne MV / Dafür nimmt er auch den täglichen Weg von Picher nach Rostock in Kauf

Eine Anzeige in der Zeitung hat 1993 sein Leben verändert, zumindest das Berufsleben. Privater Radiosender sucht Mitarbeiter, stand sinngemäß in dem kleinen Kasten. Und Steffen Holz hat sich ein Herz gefasst und beworben, für eine Stelle im redaktionellen Bereich.

„Ich wusste damals nicht, dass man da auch moderiert“, erzählt der 52-Jährige. Aber so sei das eben beim Privatradio, wer dort in der Redaktion arbeiten möchte, sollte sich auch vor das Mikro trauen. Dass er moderieren kann, hat Steffen Holz in den vergangenen 24 Jahren bei Antenne MV bewiesen – zu allen Tageszeiten. Und er ist nach wie vor begeistert dabei.

Da macht ihm auch sein Arbeitsweg wenig aus. Seit dem Umzug des Senders, vergangenes Jahr im Februar, pendelt er täglich mit Auto und Bahn von Picher nach Rostock. Ein Umzug kommt offenbar aber nicht infrage. „2008 sind wir nach Picher gezogen. Meine Frau und ich wollten auf dem Land wohnen, und wir haben uns sofort in das Grundstück verliebt“, erzählt der gebürtige Neubrandenburger. „Das Haus war, sagen wir mal, sanierungsbedürftig.“

Anscheinend kein Problem für ihn. Der gelernte Funkmechaniker, der zu DDR-Zeiten unter anderem als Techniker im Staatlichen Puppentheater Neubrandenburg gearbeitet hat, übernahm viele Sanierungsarbeiten in Eigenregie. „Inzwischen mache ich aber nur noch einfache Sachen. Ich würde zum Beispiel nicht noch einmal versuchen, Fliesen zu verlegen“, erzählt der Moderator SVZ-Redakteur Robert Lehmann bei einem Döner-Essen in Hagenow. Und er beantwortet dabei auch die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
„Carpe diem“ – Nutze den Tag. Ich versuche aus jedem Tag das Beste zu holen und nicht meine Zeit zu verschwenden.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Zu Hause in meinem Garten im Strandkorb oder beim Angeln am Wasser, egal wo. Da kann ich entspannen.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich würde gerne in die USA reisen und nach Asien – in die USA allerdings erst, wenn Donald Trump nicht mehr an der Macht ist.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit einem kleinen Ferienjob beim Gemüsehandel OGS: Obst, Gemüse und Speisekartoffeln. Da habe ich den ganzen Tag Zwiebeln geschält, für die Großküchen in Neubrandenburg.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für ein 28-er Diamant-Fahrrad in rot, ohne Gangschaltung.
Wo findet man Sie am ehesten?

Entweder im Studio in Rostock oder in der Regionalbahn von Hagenow Land nach Rostock.
Was stört Sie an anderen?
Intoleranz, Arroganz und Inkompetenz
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Spiderman! Der kann die Wände hochkrabbeln. Ihn bräuchte ich ab und zu für mein Haus, dann könnte er sich um die Fassade kümmern.

Was ist das Schönste am Morgen für Sie?

Im Sommer die Luft, draußen auf dem Land. Im Winter der Blick aus dem Fenster.
Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?
Gesundheit der Familie, das ist großes Glück und wenn sich alle gut verstehen.
Sind Sie eher ein Kopf- oder ein Bauchmensch?
Eher ein Bauchmensch: Ich kaufe mir manchmal Dinge, die ich mir eigentlich gerade nicht leisten sollte.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Ein kaltes Bier, Butter, Eier und Leberwurst.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Natürlich.
Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?
Jan Böhmermann, der hat meinen Humor.
Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Ich mag sehr gerne asiatisches Essen und argentinische Rindersteaks.
Wo ist für Sie Heimat?
Heimat ist für mich da, wo Menschen sind, die ich mag.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Gerade gar keins – zuletzt habe ich „Noah“ von Sebastian Fitzek gelesen. Fitzek finde ich super spannend. Er hat mir die Zugfahrt immer verkürzt.
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Ich hoffe noch immer in meinem Beruf, der sich bis dahin bestimmt wieder verändert hat. Was wir heute Radio nennen, wird in zehn Jahren ganz anders sein und darauf bin ich gespannt.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Oh, das war abenteuerlich. Wir sind als Noch-Schüler mit dem Fahrrad und dem Zug von Neubrandenburg nach Poel gefahren – das Zelt auf dem Gepäckträger und den Schlafsack auf dem Rücken. Und dann die Enttäuschung, wie flach die Ostsee dort ist.
Wem sollten wir diese Fragen einmal stellen?
Meinem Fleischer–Freund Torsten Wacker.

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