Schaalseeklause Zarrentin : Vom eigenen Erfolg eingeholt

Die Schaalseeklause 2014 bedeutete vollen Erfolg für die Pächter, aber auch sehr viel Arbeit. Zuviel für einen Nebenjob.  Fotos: privat
Die Schaalseeklause 2014 bedeutete vollen Erfolg für die Pächter, aber auch sehr viel Arbeit. Zuviel für einen Nebenjob. Fotos: privat

Pächter der Zarrentiner Schaalseeklause suchen wegen zu großer Nachfrage nach Lösungen - Stadt will weiter unterstützen

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13. November 2014, 12:00 Uhr

Vom Start weg am 1. Mai lief es gut in dem legendären Häuschen am Schaalseestrand. Die neuen Pächter, Peter de Vries und Bernd Marlow, hatten mit etlichen Helfern Wort gehalten, viel saniert, neu gebaut, eingerichtet. Und sie haben sich gekümmert, um die Gäste, um die Küche, um das Dekor, um die Qualität, die Musik. Im Ergebnis ist es in der Schaalseeklause so gut gelaufen, dass die beiden nun die Hände heben.

„Bei allem Erfolg, es war zuviel, das können wir nicht länger nebenbei stemmen. Wir suchen jetzt dringend einen Gastronomen, der das hier übernehmen kann“, erklärte Peter de Vries im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung. Denn der 30-Jährige und sein Geschäftspartner Marlow sind eigentlich im Handygeschäft der Region zu Hause und betreiben als freie Händler inzwischen elf Filialien, u. a. in Wittenburg, Lübtheen, Hagenow oder auch Schwerin.

Die Klause, die sie als überzeugte Zarrentiner gerne erhalten wollten, sollte eigentlich nebenbei laufen. Das gelang trotz dreier Angestellter und vieler Helfer nicht. „Wir haben so manches Mal bis tief in die Nacht dort gestanden und sogar die Küche mit gemacht. Und wir haben sehr schnell gemerkt, dass das ein Vollzeitjob ist. In der bisherigen Konstellation halten wir das nicht lange durch“, weiß Marlow.

Formal besteht der Pachtvertrag für drei Jahre, somit sind die beiden verpflichtet in 2015 und 2016 wieder am 1. Mai zu öffnen. Das wollen sie auch, aber die Jungunternehmer würden gern die Verantwortung in andere Hände legen. „Wir brauchen einen erfahrenen Gastronomen, der das auch gern macht. Und nach dem ersten Jahr wissen wir von den Umsatzzahlen her, dass es sich lohnt. Allerdings muss man sich wirklich Mühe geben, das Publikum erwartet einiges“, so de Vries.

Bürgermeister Klaus Draeger bedauert die jüngste Entwicklung, will aber auch die Pächter bei der Suche nach einer Alternative unterstützen. „Die Klause, das ist ja in der Stadt bekannt, liegt mir und meinen politischen Weggefährten besonders am Herzen. Insofern werde ich alles unterstützen, was den Erfolg, den wir in diesem Jahr gesehen haben, weiter möglich macht.“

Die Wählergemeinschaft „Bündnisnahe für Bürgernähe“ hatte im Jahre 2009 das Gebäude wieder hergerichtet. „Und das mit einheimischen Handwerkern, die unentgeltlich gearbeitet haben. Die Stadt Zarrentin hatte damals das Baumaterial zur Verfügung gestellt“, erinnert sich Klaus Draeger.

Das Schicksal des Holzhäuschens am Badestrand hatte schon mehrfach die Stadtvertretung beschäftigt. Mit dem jüngsten Pachtvertrag hatten alle geglaubt, das Problem endlich gelöst zu haben.

Die Suche nach einem anderen Gastronomen wird alles andere als einfach, in der in den1930-er Jahren errichteten Klause ist nur Sommerbetrieb möglich, sie verfügt über keinerlei Dämmung. Im Winter würden alle Leitungen einfrieren. Eben dieser Saisonbetrieb macht es auch schwierig, Bedienungspersonal zu finden. Peter de Vries: „Die meisten wollen einen durchgehenden Job, was ich auch verstehen kann.“

Doch mehr als arbeiten ginge nicht. Die Konzentration auf das Kerngeschäft mit den Handys und dem Verkauf von Internetverbindungen hat noch eine andere Folge. Den einst florienden Internethandel mit Dekorartikeln von einer Wittenburger Halles aus haben die beiden inzwischen auch eingestampft.

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