Links der Elbe : „Volkseigene Kunst“ in Dahlenburg

„Demonstration X. Weltfestspiele“ von Werner Schulz.
„Demonstration X. Weltfestspiele“ von Werner Schulz.

Kunstverein zeigt Malerei und Grafiken der DDR aus dem Kunstarchiv Beeskow / Ausstellung an den Wochenenden noch bis 6. April

svz.de von
07. März 2014, 11:59 Uhr

„Volkseigene Kunst“ - da denken bestimmt viele Menschen gleich an monumentale Bilder im Stil des sozialistischen Realismus: verdiente Arbeiter beim Bau einer Straße, Studenten beim Ernteeinsatz. Solche Bilder wurden als Auftragsmalerei in der DDR zuhauf gemalt.

Es gibt aber natürlich auch andere Malerei, andere Themen oder sozialistische Themen künstlerisch anders umgesetzt. Einen Einblick in diese große Vielfalt will die aktuelle Ausstellung „Volkseigene Kunst - Kunst in der DDR aus dem Kunstarchiv Beeskow“ des Kunstvereins Region Dahlenburg geben. Heute am Sonnabend und morgen ist in der Zeit von 14 bis 18 Uhr im „Kunstfleck“, Lüneburgerstraße 14, geöffnet.

Barbara Vollmer, Malerin aus Haar und zwei Mitstreiter aus dem Kunstverein sind für zwei Tage nach Beeskow gefahren und haben im dortigen Archiv Kataloge gewälzt, um einen in etwa repräsentativen Überblick zusammenzustellen, was sich aber ob der Menge an Bildern und Grafiken äußerst schwierig gestaltete.

Nach dem Ende der DDR war die vom Kulturfonds angekaufte und in öffentlichen Gebäude ausgestellte Kunst praktisch „herrenlos“ und wurde dann später aus den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Archiv, einem ehemaligen Wasserschloss, zusammengeführt. Aufgebaut hat das Archiv Manfred Schirmer, der in der letzten DDR-Regierung unter Lothar de Maizière Kultusminister war.

„Es war ein Glücksfall, dass wir Manfred Schirmer zur Eröffnung hier hatten“, so Barbara Vollmer. Er habe in souveräner und auch humorvoller Weise die Entwicklung der Malerei und Grafik in der DDR dargestellt und die gehängten Bilder kommentiert. Die Ölbilder und zahlreichen Grafiken ganz unterschiedlicher Künstler zeigen sehr unterschiedliche Werke und lohnen der Betrachtung. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, schaut man sich das Bild „Naherholung“ von Barbara Müller-Kageler an, eine verordnete Idylle in vier Schrebergartenreihen. Oder das geheimnisvoll, düstere Bild „Spiegelbilder“ von Heirich Tessmer.

„Wir sind stolz, dass wir als kleiner Verein, der wir ja sind, diese Ausstellung auf die Beine stellen konnten“, so Barbara Vollmer. Es habe zwar einige große Ausstellungen zur DDR-Malerei gegeben, aber in Beeskow habe man gesagt, das sei das erste Mal, dass sich ein kleiner Kunstverein für diese Werke interessiert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen