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Wasser- und Bodenverband gibt Entwarnung : Viezer Bürger: "Wir werden trocken gelegt"

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Die Anwohner des Häuslereiweges in Viez haben angesichts der Hochwassersituation an der Elbe ein Problem, das viele in diesen Tagen möglicherweise nicht so richtig nachvollziehen können: Sie haben zu wenig Wasser.

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2013 | 05:25 Uhr

Viez | Die Anwohner des Häuslereiweges in Viez haben angesichts der extremen Hochwassersituation an der Elbe ein Problem, das viele in diesen Tagen möglicherweise nicht so richtig nachvollziehen können: Sie haben zu wenig Wasser. Das Wasser, das sich in der Feldmark sammelt, fließt über die angelegten Binnenentwässerungsgräben ab. "Wir werden allmählich trocken gelegt", beklagt Helga Paape im Gespräch mit SVZ. Zusammen mit ihren Nachbarn vom Häuslereiweg machen sie auf ihr Problem aufmerksam. In der Vergangenheit war es so, dass das Wehr in Viez in jedem Frühjahr geschlossen wurde, damit sich das aus den Gräben abfließende Wasser dort anstaut und in dem Bereich für die Felder und Gärten zur Verfügung steht. "Das haben wir auch so in jedem Jahr hinbekommen. Ich rief beim Wasser- und Bodenverband in Toddin an und das Wehr wurde dann geschlossen. Jetzt, bei dem abfließenden Wasser, befürchten wir, dass die alten Bäume in unseren Gärten kein Wasser mehr bekommen, unsere Pflanzen vertrocknen, auch unsere Brunnen sind so ziemlich leer", erklärt sie weiter. "Wir haben den Eindruck, dass sich in diesem Jahr beim Verband in Toddin offensichtlich keiner für unser Problem interessiert", sagte sie. SVZ fragte bei Andreas Schwebs, dem Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Boize-Sude-Schaale in Toddin, nach. "Der Stau wurde jetzt von uns gesetzt, das Wasser wird angestaut", macht er im Gespräch mit SVZ deutlich. "Unser Zeitplan sah diese Maßnahme vor. Wir konnten das Wehr aufgrund der Niederschlagsmengen in den vergangenen Wochen nicht früher schließen. Bekanntlich sind dabei bis zu 80 Liter pro Quadratmeter runter gekommen, die den Boden vollständig mit Wasser gesättigt hatten", erklärt der Wasserspezialist weiter. Jetzt sei es so, dass sich der mit Wasser gesättigte Boden entwässern müsse. Diese Binnenentwässerungsgräben, wie in Viez, haben die Funktion, dass sie die Flächen einerseits entwässern sollen, bei Trockenheit hingegen dienen sie dazu, die Flächen zu bewässern, wenn dann eben der Stau gesetzt werde, wie es der Fachmann nennt und wie es jetzt in Viez passiert ist. Nach den Worten von Schwebs wurde das Wasser in Viez nicht früher angestaut, weil die Flächen, die in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortes in Bakendorf und Scharbow liegen, sehr stark vernässt waren und entwässert werden mussten.

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