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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Elbdorf : Vier Bauplätze für Gosewerder

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Heute Abend folgt in der Ratssitzung der Schlussakt nach einem sehr langen Verfahren, das auf eine Wiederbebaung am Elbrand zielte

svz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 13:57 Uhr

Sieben Gehöfte gab es mal im kleinen Elbdorf Gosewerder. Nach den Zwangsaussiedlungen waren es dann nur noch zwei. Demnächst aber dürfen hier auf vier Grundstücken wieder Wohnhäuser gebaut werden. Der Rat wird heute Abend dazu einen Beschluss fassen.

Damit nimmt eine lange Geschichte ein halbwegs versöhnliches Ende. Sie begann ziemlich bald nach der Wende. Die damaligen politischen Gemeinden beschlossen, Flächennutzungspläne überall dort in den Elbranddörfern zu erstellen, wo vor den Zwangsaussiedlungen Hofstellen vorhanden gewesen waren. Das wollte man als eine „Wiedergutmachung“ verstanden wissen, auch wenn es nun meist die Erben von Zwangsausgesiedelten waren, die die Grundstücke besaßen. Die Flächennutzungspläne - sie sind die Voraussetzung für einen Bebauungsplan- wurden für alle Elbranddörfer aufgestellt. Inzwischen war aus den einzelnen Gemeinden die Einheitsgemeinde Amt Neuhaus geworden und mit der Rückgliederung nach Niedersachsen hatte die damalige Bezirksregierung ein Wörtchen mitzureden. Die lehnte die Weiterverfolgung der Pläne ab, stellte den Naturschutz und das Verbot, im Außenbereich zu bauen, über den Wunsch der Erben, die alten Hofstellen wieder zu beleben, beziehungsweise beim Verkauf wenigsten einen ordentlichen Preis für Bauland erzielen zu können. Die Gemeinde reichte im Jahr 2000 Klage gegen die Entscheidung ein.

„Dann war absehbar, dass ein Biosphärenreservat errichtet wird und in diesem Zusammenhang wurde für Gosewerder beantragt, eine bestimmte Fläche aus dem Biosphärenreservat zu entlassen und dafür einen B-Plan aufzustellen“, erinnert sich Bettina Blankenhagen vom Bauamt der Gemeinde. Voraussetzung war die Einigung der fünf Grundeigentümer mit den Behörden. Im Rahmen der Flurneuordnung sollten die Grundstücke so getauscht werden, dass eine zusammenhängende Fläche auf der rechten Seite entsteht. Ein Grundstückeigentümer machte nicht mit, die vier anderen waren einverstanden.

Nun gibt es also eine Fläche mit vier Baugrundstücken. Sie ist etwa nur ein Drittel so groß wie die Summe der vier ursprünglichen Grundstücke. Soll hier gebaut werden, müssen die Eigentümer bestimmte Vorgaben beachten, wie zum Beispiel die Geschosshöhe, die Dachneigung oder die Verwendung bestimmter Ziegel. Auch müssen die Ausgleichsmaßnahmen auf den Grundstücken selbst erfolgen und sind genau festgelegt( z.B. müssen bestimmte Bäume gepflanzt werden, Streuobstwiesen angelegt werden). Für Gosewerder findet nun eine sehr lange Geschichte doch noch ein gutes Ende.

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