Durch Elbehochwasser : Viele Stunden für das Gemeinwohl

Die Geehrten und Beförderten sowie Gemeindebrandmeister Dirk Baumann und der stellvertretender Gemeindefeuerwehrverbandsvorsitzender Marcel Kramer (hinten, 1. und 2. von links), Bürgermeisterin Grit Richter (Mitte), stellvertretender Gemeindebrandmeister Marco Ochel und Kreisbrandmeister Torsten Hensel (hinten, 1. u. 2. von rechts).
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Die Geehrten und Beförderten sowie Gemeindebrandmeister Dirk Baumann und der stellvertretender Gemeindefeuerwehrverbandsvorsitzender Marcel Kramer (hinten, 1. und 2. von links), Bürgermeisterin Grit Richter (Mitte), stellvertretender Gemeindebrandmeister Marco Ochel und Kreisbrandmeister Torsten Hensel (hinten, 1. u. 2. von rechts).

Durch zusätzlichen Hochwassereinsatz verzeichneten die Feuerwehren einen sehr hohen Arbeitseinsatz im vergangenen Jahr

svz.de von
31. März 2014, 13:40 Uhr

Nach den Elbehochwassern 2002, 2006 und 2011 sollte man meinen, bei der Bewältigung so einer Katastrophe sei mittlerweile Routine eingekehrt. Doch die Freiwilligen Feuerwehrleute wurden im vergangenen Juni eines Besseren belehrt. Zeitverzögerungen, das Eingreifen in den Einsatzablauf vor Ort oder sich verselbstständigende Kräfte waren nur ein Teil der Probleme, die Gemeindebrandmeister Dirk Baumann in seinem Jahresbericht anlässlich der Gemeindeverbandsversammlung der Feuerwehren aufführte.

Ein Lösung ist aber für diese Unstimmigkeiten in Sicht: ein Hochwasserkonzept für die rund 46 Kilometer Deich im Amt ist schon fast fertig (SVZ berichtete).

Die Bilanz der in 2013 geleistet Stunden war mit 13 200 enorm hoch. Neben dem Einsatz während des Hochwassers waren auf dem Gebiet der Gemeinde Amt Neuhaus noch 19 Brände zu löschen, 68 Mal technische Hilfe zu leisten und sieben Mal gab es einen Fehlalarm. Drei Personen konnten gerettet werden.


Neuer Gerätewagen wird benötigt


Eine notwendige Anschaffung bis 2015 ist ein neuer Gerätewagen für die Gefahrgutgruppe, da der derzeitige Gerätewagen „Gefahrgut“ dann außer Dienst gestellt wird. Doch Gemeindebrandmeister Dirk Baumann und sein Stellvertreter Marco Ochel haben noch eine Menge mehr auf ihrem Zettel für das aktuelle Jahr.
Holger Stöckmann, neuer Gruppenführer der Gefahrgutgruppe, rief in seinem Bericht nochmals alle Atemschutzgeräteträger auf, sich der Gefahrgutgruppe anzuschließen, denn die besteht lediglich aus elf Feuerwehrmännern.

Auf lange Sicht ist Mario Schult besorgt, denn insgesamt gibt es nur 59 Atemschutzgeräteträger in der Gemeinde. Das sind viel zu wenige für einen schweren Einsatz am Tage. Daher ging auch von ihm aus ein Appell hauptsächlich an die jüngeren Feuerwehrmänner und –frauen, über einen Atemschutzlehrgang nachzudenken.

Einen besonderen Stellenwert in der ehrenamtlichen Tätigkeit hat die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das zeigt sich schon an den vielen Betreuern und den abwechslungsreichen Aktivitäten, die den Heranwachsenden geboten werden. Schon im Kindergarten oder der Grundschule geht es los. Den Kindern spielerisch die Gefahr, die durch ein Feuer besteht, näher zu bringen, ist Fachgebiet von Christian Quast. Er präsentierte der Versammlung das neue „Brandschutzhaus“, eine Konstruktion, die zur Veranschaulichung eines entstehenden Feuers dient.

Die Anzahl der Mitglieder in der Kinderfeuerwehr hat sich im vergangenen Jahr zwar fast um die Hälfte, auf 38 Kinder, halbiert. Erfreulicher daran ist aber, dass 15 Jungen und Mädchen aus der Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr übernommen werden konnten.

Beschäftigen sich die Sechs- bis Zehnjährigen noch überwiegend mit Spiel und Spaß, geht es bei den Jugendlichen schon ernster zu. Gemeindejugendfeuerwehrwart Wieland Jammer berichtete über acht Gruppen der insgesamt zehn Jugendfeuerwehren, die sich im vergangenen Jahr dem Bundeswettbewerb gestellt haben. „So viele Gruppen haben noch nie teilgenommen“, so Jammer. Und die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: es hagelte Plätze in den ersten Reihen beim Kreiswettbewerb und Qualifikationen auf Bezirksebene. Nachfolger von Wilhelm Voß, dem bisherigen Sprecher der Altersabteilung, wurde Henry Kruse. Er wurde einstimmig gewählt. Bürgermeisterin Grit Richter dankte in dieser Runde namentlich Maik Bauer und Stefan Otto für die geleistete Arbeit in der Ortswehr Neuhaus und übergreifend allen Feuerwehrleuten.


Hochwasserorden als überflüssig erachtet


Einig waren sich die Feuerwehrleute über die Überflüssigkeit der ausgelobten Hochwasserorden. Er sei nicht in die Feuerwehr eingetreten, um sich mit Orden zu schmücken, sondern um Menschen und ihr Hab und Gut zu schützen, merkte Christian Möhring an und erklärte seinen Verzicht auf den Orden. Es waren sich alle einig: mit dem Geld, für das die Orden angeschafft worden waren, hätten sinnvollere Anschaffungen getätigt werden können.







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