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Viele Feuerwehren tagsüber nicht mehr einsatzbereit

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erstellt am 13.Aug.2012 | 06:20 Uhr

Hagenow | Notstand in den Feuerwehren: Kameraden im Altkreis Ludwigslust haben zunehmend Probleme, tagsüber einen Löschtrupp zusammen zu bekommen. Weil ihnen der qualifizierte Nachwuchs fehlt und immer mehr Lebensretter in Schichten oder außerhalb arbeiten. Tendenz steigend.

So ist die Amtswehr von Wittenburg am Tag längst nicht mehr alleine einsatzbereit, erklärt Wehrführer Olaf Barkholdt auf Nachfrage. Nur weil die Kollegen der Stadt mit ausrücken, können sie bei Katastrophen am Tag helfen. Und: "Die Situation wird immer kritischer im ländlichen Bereich", schätzt Barkholdt. Die Folge: Wehren verschwinden, wie zuletzt in Waschow.

Vor allem zu Zeiten des Schichtwechsels, nachmittags gegen 14 Uhr, ist es im Amt Zarrentin schwierig, genügend Kräfte zu alarmieren. Obwohl schon seit einiger Zeit immer im Verbund angefordert werde, sagt Amtswehrführer Siegward Bölke. Bennin, Rodenwalde und Banzin etwa. Unterstützt werde die Amtswehr auch durch einen 35-Mann starken Löschtrupp aus dem Gewerbegebiet Valluhn/Gallin, der unabhängig von der Heimatwehr die nähere Umgebung absichere.

Ohne diese Kameradschaft und die Mitarbeitet benachbarter Wehren im Rendevouz-Prinzip kann der Brandschutz vierlerorts nicht mehr gewährleistet werden. Deshalb arbeitet das Amt Hagenow-Land schon seit 2004 nach diesem Verfahren. "Es war damals schon abzusehen, dass die Jugend schwindet und viele weiter zur Arbeit fahren müssen", begründet der dortige Amtswehrführer Heinz-Egon Möller diesen Schritt. Der Verbund gehe sogar so weit, dass die Anschaffung neuer Technik gemeinsam koordiniert werde. "So bleiben wir zu fast 100 Prozent einsatzfähig." Wie gestern in Zachun, wo am Vormittag ein Fehlalarm in einer Gas-Firma ausgelöst worden war.

Seine Strategie für die Zukunft der Wehren: "Wir müssen die Kräfte vor Ort bündeln. Es gibt genügend Leute, die wir nur für diese Arbeit begeistern müssen." Als Wehrführer von Pätow-Steegen habe er bereits vieles angestoßen, um die 16- bis 40-Jährigen für dieses Ehrenamt zu gewinnen. "Und da müssen wir dranbleiben", bekräftigt Möller.

Schon bei den ganz Kleinen werben die Kameraden der Region um die Gunst. Sie setzen auf ihre Floriangruppen und Jugendwehren. Sie sollen auch nach der Schule im Landkreis gehalten werden. Deshalb seien zunehmend auch Firmen in der Region gefragt, Feuerwehrleute bei der Einstellung bevorzugt zu berücksichtigen, so Kreiswehrführer Heiko Dübel. "Vor allem in den zehn Verwaltungen des Altkreises Ludwigslust."

In Hagenow wird bei Neueinstellungen schon verstärkt darauf geachtet, bestätigt der dortige Wehrführer Steffen Kasulke. "Rathaus-Mitarbeiter gehen auch gezielt in ansässige Unternehmen, um Azubis für die Wehrarbeit zu gewinnen." Für ihn ist klar, dass etwas getan werden muss. Denn: Noch sei der Einsatz in einer Stützpunktwehr wie Hagenow gesichert. "Schon in fünf Jahren kann das ganz anders aussehen."

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