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Hagenower Kreisblatt

21. September 2017 | 12:31 Uhr

Brahlstorf : Viel Arbeit an der Mühle

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Volkmar Kurkhaus baut seit über 30 Jahren an der Bruchmühle und veranstaltet Lesungen und Feste

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 08:00 Uhr

Kulturangebote gibt es auch bei uns in der Region eine Menge. Wer daran teilnehmen möchte, muss sie nur suchen. Im Fall der Bruchmühle Brahlstorf kann man das durchaus wörtlich nehmen. Kurz hinter dem Waldbad Vellahn in Richtung Brahlstorf zeigt ein kleines Schild in den Wald.  „Werkstatt für Kultur“ steht darauf. Wer dort abbiegt, denkt vielleicht im ersten Moment, hier sei er falsch, doch durchhalten lohnt sich. Nach zwei, drei Kurven erreicht der Kulturliebhaber schließlich die urige Bruchmühle: die „Werkstatt für Kultur“ – und das Reich von Volkmar Kurkhaus.

„1610 wurde das Gebäude erstmals urkundlich erwähnt“, erzählt der 69–Jährige im SVZ–Gespräch. „Den Namen hat die Wassermühle von der Bruchlandschaft.“ Im 17. Jahrhundert hätten sich die Bauern aus der Region während des 30–jährigen Krieges in dieses sumpfige Gelände zurückgezogen. Genützt hat es ihnen wohl nichts. Die Mühle wurde während des Krieges komplett zerstört, später jedoch wieder aufgebaut. Das heutige Aussehen erhielt das Gebäude dann um 1840, als es restauriert wurde. Das Innenleben von damals  ist teilweise auch heute noch vorhanden. Dafür, dass das so bleibt, sorgt Kurkhaus selbst seit mehr als 30 Jahren.

„Zu DDR-Zeiten habe ich Gebäude gesucht, die man in ein Kulturzentrum umwandeln kann. Über fünf Jahre habe ich damals mehrere Objekte quer durch Mecklenburg abgefahren.“ Schließlich fand er die Bruchmühle und zog 1984 ein. Seitdem arbeitet er auch an deren Erhalt. „Früher habe ich als Grafiker und Innenarchitekt gearbeitet und hatte immer ein festes Einkommen.“ Damit habe er sich den Um– und Ausbau der Mühle gut leisten können. Jetzt mit der Rente sei es schwieriger. Aber zum Glück habe er Freunde, die ihn unterstützen und auch seine beiden Töchter würden mithelfen.

„Mit dem Ausbau werde ich aber nie fertig, das weiß ich. Ich habe meine Kinder schon instruiert, wie sie weiter machen sollen“, erzählt Kurkhaus. Er plane noch in der Mühle  einen Biedermeierladen und eine Schenke einzurichten. Beides als ein Museum. Außerdem möchte er, dass im Obergeschoss der Mühle irgendwann einmal Konzerte stattfinden.

Aber auch schon jetzt veranstaltet Volkmar Kurkhaus Ausstellungen, Lesungen und Kunstfeste. „Saisonbeginn ist immer die Aktion: ‘Kunst offen’, mit einer Ausstellung. Danach finden einmal im Monat Lesungen statt. Ende August gibt es ein kleines Kunstfest, dieses Jahr mit Puppenspiel, Verkleidung und Markt. Die Saison endet dann mit der Lesung im Oktober.“ Die Veranstaltungen fänden, je nachdem wie viele Gäste kommen, im Museumscafé, im Garten oder im Gebäude neben der Mühle statt.

Die nächste ist zum Beispiel eine Lesung, am 5. August um 17 Uhr, mit Hans Jürgen Rogge. „Ein Schriftsteller aus Lüneburg, der Reiseberichte schreibt.“ Der Titel  der Veranstaltung ist dann auch: „Mit dem Segelboot nach Afrika“. Danach bereitet Kurkhaus dann schon das Kunstfest vor, das am 27. August den Mühlhof mit Leben füllen soll.

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