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Amt Neuhaus : Viehhaltung auf der Gülze verboten

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Neuer Eigentümer musste Jungvieh fortschaffen /Landkreis untersagte aus verschiedenen Gründen das Wirtschaften auf dem Gelände

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2014 | 07:45 Uhr

Kaum aufgestallt, musste das Jungvieh, dass die Geschwister Eric und Elsina Bergsma für einen Partnerbetrieb aufziehen wollten, wieder runter vom Gelände, wurde der Vertrag gelöst. Eric Bergsma hatte die Fläche der ehemaligen LPG auf der Gülze in Neuhaus gekauft, Elsina Bergsma wollte hier wirtschaften und mit der Jungviehaufzucht Geld verdienen. Mit dem Verdienst sollte das verwahrloste Gelände wieder in Schuss gebracht werden.

Doch der Landkreis mit seinen Fachämtern (Umwelt, Veterinär, Bau) versagte nach einer Besichtigung die Genehmigung und sah akuten Handlungsbedarf. Zwei Gebäude seien nicht nutzbar, überall läge Bauschutt, auch asbesthaltiger Schutt, herum. Der Zaun sei nicht durchgängig in Ordnung, um eine Güllelagune fehle ein Zaun und Mist und Gülle könnten nicht sachgerecht gelagert werden. Ein ganzer Katalog von Missständen wurde aufgeführt und diese Missstände müssen beseitigt werden.

Wie von der Pressestelle des Landkreises gestern zu erfahren war, hätten die Eigentümer sich aber kooperativ gezeigt und inzwischen auch schon einiges unternommen.

Doch wer das Gelände kennt, weiß, dass dort eine Menge zu tun ist. Ein Landwirt hatte nach der Wende die Flächen und die riesige Hofstelle der ehemaligen LPG gekauft und ziemlich herunter gewirtschaftet. Die Gebäude verfielen und der Eigentümer der darunter liegenden Fläche, die Domäne (also das Land Niedersachsen) wollte den Klotz am Bein unbedingt loswerden. Als das im Oktober 2012 gelang, schüttelten in Neuhaus viele den Kopf und fanden, dass das Land es sich zu einfach gemacht hatte. Es war absehbar, dass der neue Eigentümer, der eigentlich nur eine kleine Teilfläche hatte kaufen wollen, weder die Absicht noch die Möglichkeiten hatte, dort etwas zu „reißen“. Auch die neuen Eigentümer der großen Fläche, die Bergsmas’, sehen sich nicht in der Lage, hier viel zu machen, zumal der Landkreis zurzeit ja noch die Viehhaltung verboten hat.

Das machte Elsina Bergsma zu Beginn der jüngsten Ratssitzung in Dellien deutlich. „Wir wollten das Gelände in Schuss bringen, aber das geht natürlich nur, wenn wir mit der Jungviehaufzucht etwas verdienen.“ Sie fragte, ob die Gemeinde nicht helfen könne. „Die Gemeinde kann im Moment nicht helfen“, lautete die verdatterte Antwort von Bürgermeisterin Grit Richter. Es handele sich ja um privaten Grund und Boden. Klaus Niederhoff meinte, die neuen Besitzer seien in diese Situation wohl etwas blauäugig hinein geraten und wurde dann deutlich: „Es ist eine große Schweinerei von der Domäne, das Gelände an Leute zu verkaufen, die aus finanziellen Gründen kaum etwas unternehmen können. Zehn Jahre liegt der ganze Schrott dort schon herum und nun wird man plötzlich aktiv. “

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