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Ludwigslust-Parchim: Schwarzwild-Bestände wachsen : Veterinäramt warnt vor Schweinepest

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Der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim warnt angesichts wachsender Schwarzwildbestände vor Tierseuche.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 11:22 Uhr

Ludwigslust-Parchim | Der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Ludwigslust-Parchim warnt angesichts wachsender Schwarzwildbestände: "Die scheinbar ruhige Tierseuchenlage darf nicht zu Leichtsinn führen".

Die Zahlen der Jagdstrecken sprechen eine deutliche Sprache, heißt es dazu aus dem Kreisamt. Eine der Hauptursachen liege im guten Nahrungsangebot - aber auch darin, dass in dieser Region seit mehreren Jahren keine Schweinepest mehr aufgetreten ist. Umso wichtiger sei es, in diesen scheinbar ruhigen Zeiten die Früherkennung dieser gefährlichen Seuche nicht zu vernachlässigen, warnt der Fachdienst.

Von zehn Prozent des gestreckten Schwarzwildes sind durch die Jäger Blutproben zu entnehmen und den Veterinärbehörden zur Untersuchung zu übergeben. Für den Landkreis Ludwigslust-Parchim hieße dies etwa 1300 Proben. Aber die Realität sieht anders aus: Weniger als 200 seien bisher eingesandt, teilt der Fachdienst mit. Damit sei der Erfolg des Überwachungssystems in Frage gestellt.

Auf Nachfrage bei Wilfried Röpert, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Ludwigslust, kommen jetzt erst die großen Strecken. "Bei den anstehenden Drückjagden werden nochmal viele Proben zusammenkommen, sodass die 1300 bald erreicht sein dürften." Bereits im März habe er die Jäger im Verbandsgebiet darauf hingewiesen, Proben zu entnehmen. Bevor die großen Jagden losgehen, will er auch nochmal mit allen Hegeringleitern über das Thema sprechen.

Die Gefahr der Wiedereinschleppung der Schweinepest ist durchaus real: Erst im Sommer 2012 konnten die letzten Restriktionsgebiete in Rheinland-Pfalz aufgehoben werden. In einigen Nachbar- und Urlaubsländern ist die Seuche bei Schwarzwild noch präsent. Zudem droht die Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest aus Staaten wie Russland nach Europa.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises richtet vor diesem Hintergrund den dringenden Appell an alle Jäger, die anstehenden Drückjagden intensiv zur Probenahme zu nutzen. Probenröhrchen können über die Dienststellen des Amtes in Ludwigslust und in Parchim bezogen werden. Einzelne Röhrchen sind auch bei den Tierärzten erhältlich. Die Proben nehmen die Kurierstellen und alle Trichinenuntersuchungsstellen entgegen. Wichtig ist, dass auf der Durchschrift des Wildursprungsscheines die Postleitzahl des Erlegungsortes gut lesbar ist, um die Proben zuordnen zu können. Für Fragen stehen die Dienststellen Ludwigslust (03874-624-2308) und Parchim (03871-722-519) gern zur Verfügung.

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