Boizenburg : Vertretung in Harmonie vereint

Einstimmigkeit herrschte bei den Stadtvertretern am Donnerstag häufiger.  Fotos: Sascha Nitsche
Einstimmigkeit herrschte bei den Stadtvertretern am Donnerstag häufiger. Fotos: Sascha Nitsche

Boizenburger Stadtvertreter stimmten im Eiltempo für Anträge und Beschlüsse. Debatte um den Haushalt wirft ihre Schatten voraus

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20. Januar 2018, 05:00 Uhr

Vielleicht war es der Schnee, der beruhigend auf die Gemüter wirkte oder aber die Ruhe vor dem Sturm, die die Sitzung der Stadtvertreter am Donnerstag auszeichnete. In nicht einmal 45 Minuten war der öffentliche Teil  abgearbeitet. Damit hatte selbst Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke noch am Nachmittag vor der Sitzung nicht gerechnet. „Bei der Stadtvertretersitzung verhält es sich manchmal wie auf hoher See. Man weiß nie was kommt“, kommentierte Jäschke den relativ reibungslosen Ablauf.

Alles stand jedoch schon ein wenig im Schatten der Diskussion zum Haushaltsentwurf. Über diesen wurde am Donnerstag zwar gar nicht debattiert. Erst in der nächsten Sitzung am 22. Februar wird darüber abgestimmt. Aber gerade dieser Entwurf „beansprucht die Verwaltung jetzt schon in einem großen Maße.“ Das hob der Bürgermeister in seinem Bericht noch einmal ausdrücklich hervor.

Zunächst verwies er jedoch, zur Freude aller Anwesenden, auf die neu angeschaffte Lautsprecheranlage in der Rudolf-Tarnow-Schule, die den permanenten akustischen Störungen endlich Einhalt gebieten soll.

Und diese Freude hielt weiter an. So wurde auch der Bericht der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Beate Benz von allen Anwesenden mit Wohlwollen aufgenommen. In diesem hob sie die Bedeutung ihrer Arbeit hervor. Demnach ist es ihr im letzten Jahr unter anderem gelungen, einen Kinospot mit starken Boizenburger Frauen zu produzieren. Dieser ist nicht nur „eine Werbung für die Stadt“, wie die Bürgervorsteherin Heidrun Dräger anmerkte, er fand sogar Zuspruch auf Bundesebene.

Einzig die Fraktion der Bürger für Boizenburg sah sich in der Pflicht, bei der ganzen Harmonie im Plenum auch kritische Punkte anzusprechen. So machte sich Rainer Wilmer Sorgen darüber, ob der Bauhof bei der Pflege der Stadt auch Pflanzenschutzmittel verwendet. Sein Blick richtete sich dabei auf die bundesweite Diskussion im letztjährigen Herbst. Außerdem sah Wilmer in der Festlegung, dass die Stadt die Boize-Kino GmbH in diesem Jahr mit 45 000 Euro bezuschussen will, einen Vorgriff auf den Haushaltsentwurf. Weshalb er die Bezuschussung zum jetzigen Zeitpunkt in dieser konkreten Form nicht mittragen wollte.

Aufgrund der Mehrheitsregelung wurden alle Tagesordnungspunkte dennoch beschlossen. Nun ist abzuwarten, wie sich die Sitzung im Februar entwickeln wird. Denn auch, wenn es zu dem Zeitpunkt wieder schneien mag, die Brisanz der Tagesordnungspunkte wird wohl eine andere sein.

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