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Zarrentiner bereitet seine Boote auf Saisonstart vor : Verträumter Arbeitsplatz: Schaalsee

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Von wegen Winterruhe: "Ein Boot ist wie ein Haus, man hat immer etwas zu tun, weil ständig irgendwelche Arbeiten anfallen", sagt Klaus Kuntoff. Der 51-jährige Zarrentiner betreibt seit 1994 die "Schaalseetour".

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2013 | 09:27 Uhr

Zarrentin | Von wegen Winterruhe: "Ein Boot ist wie ein Haus, man hat immer etwas zu tun, weil ständig irgendwelche Arbeiten anfallen", weiß Klaus Kuntoff zu berichten. Der 51-Jährige betreibt seit 1994 die Personenschifffahrt "Schaalseetour". Zur Zeit ist der gebürtige Rostocker, der seit 1961 in der Schaalseestadt lebt, mit Winterarbeiten an seinen beiden Schiffen beschäftigt. Das heißt Rostentfernung, Streichen und Reparaturen, wo etwas in der Saison, die sich von Ende März bis Ende Oktober erstreckt, kaputt gegangen ist. "Und es geht immer mal was entzwei, das liegt in der Natur der Personenschifffahrt", grinst Kuntoff.

Seine "Duffy" kann 12, die "Große Maräne" 50 Personen an Bord nehmen. Er selber sei eher zufällig zu diesem Geschäft gekommen, verrät er weiter. "Ich fühlte mich immer schon mit dem Wasser verbunden, schließlich habe ich an der Waterkant das Licht der Welt erblickt. Später bei der Nationalen Volksarmee war ich drei Jahre bei der Marine. 1993, bei einem Besuch der Hanseboot, kam mir dann die Idee mit der Schifffahrt", erinnert sich Kuntoff, der einst zuerst mit der "Duffy" ins unternehmerische Risiko startete. 2006 folgte schließlich sein zweites Schiff.

Alle Touristen lieben die pure Bootsromantik

Seitdem schippert Klaus Kuntoff auf dem Schaalsee herum. "Auf dem südlichen Teil dieses Gewässers", konkretisiert der Zarrentiner. "Der Großteil meiner Fahrgäste kommt aus Hamburg und ist älter als 50 Jahre. Die westdeutschen Touristen sind sehr an der Geschichte und ihren Hintergründen interessiert, während sich der Ostdeutsche mehr nach allem Neuen, wie zum Beispiel Gebäude und Firmen, erkundigt. Doch alle zusammen lieben die Bootsromantik gleichermaßen."

Nicht ohne Grund, denn der Schaalsee ist mit über 70 Metern der tiefste See Norddeutschlands, verträumt und legendenreich. Durch seine Mitte verlief einst die innerdeutsche Grenze. Heute verbindet das Gewässer Schleswig-Holstein mit Mecklenburg-Vorpommern. Der rund 24 Quadratmeter große See gehört übrigens mit elf weiteren Gewässern zum UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee. Im Schatten der einstigen Grenze ist er zu einem wahren Refugium für Fauna und Flora geworden. Denn jahrzehntelang profitierte die Natur von der Abgeschiedenheit und konnte sich nahezu unberührt entwickeln. Sehr zur Freude der Touristen, Radwanderer und Naturliebhaber, die an seinen Ufern erlebnisreiche Stunden oder einfach nur Stille und Erholung erleben.

In der Saison biete er täglich von 10 bis 18 Uhr, zu jeder vollen Stunde, seine beliebten Bootstouren an, erzählt Klaus Kuntoff der SVZ weiter. Vorausgesetzt, das Wetter erlaube es und es seien auch genügend Fahrgäste am Steg, der sich gleich neben der Schaalseefischerei befinde. "In der Saison habe ich zwar nur wenig Freizeit, aber ich bin eben gern Kapitän", gesteht Klaus Kuntoff, der dafür einst einen Bootsführerschein für Binnenverkehr mit der Zusatzerlaubnis für Personenbeförderung ablegen musste. "Ich habe nämlich immer nur mit netten und völlig entspannten Leuten zu tun."

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