Wittenburg : „Verrückte“ Züchter und ihre Schecken

Der Griff an die Ohren: Preisrichter Kurt Wolkenhauer weiß, worauf er achten muss.
Der Griff an die Ohren: Preisrichter Kurt Wolkenhauer weiß, worauf er achten muss.

Jedes Detail muss stimmen: 70 Rassekaninchen begutachtet jeder Preisrichter in Wittenburg

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02. November 2015, 18:00 Uhr

Wie eine Jacke zum Überhängen soll es aussehen, das schwarze Fell der Mecklenburger Schecken. Im Minutentakt landen die Tiere auf dem Tisch der drei Preisrichter. Kurt Wolkenhauer streicht dem Kaninchen über den Rücken, pustet es an, streicht nochmal drüber. 70 Tiere nimmt er am Freitag unter die Lupe. Genau wie seine beiden Kollegen. Zur Rassekaninchen-Schau des Vereins „M60“ und der Landesschau der Mecklenburger Schecken am Wochenende in der Wittenburger Mehrzweckhalle sind dann alle mit ihren Noten zu bestaunen.

„Verrückt muss man sein“, sagt Reinhard Leifels aus Körchow zu seiner Passion. Er züchtet seit 1976 Mecklenburger Schecken, hält etwa 50 Tiere zu Hause. „Ich merke sofort, wenn eines fehlt.“ Im Einkaufskorb hievt er die Kaninchen auf den Tisch von Preisrichter Wolkenhauer. „Nun komm mal her, wieso bist du denn so wild?“, sagt dieser zum nächsten Hoppler. Er packt ihn an den Ohren, hebt Kopf und Oberkörper hoch. „So sehe ich, ob er gerade Beine hat“, erklärt Kurt Wolkenhauer. Eine breite, kurze, schöne Schnauze, ein offenes Ohr müssen die Schecken haben. Das Fell gepflegt, die schwarzen Punkte an der richtigen Stelle.

Doch wie kommt man zu diesem Hobby? „Wir sind damit groß geworden“, sagt der Preisrichter. „Was hatten wir denn früher, in den 50er, 60er Jahren? Fußball und die Tiere.“ Heute seien die Interessen anders, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Winter. Deshalb gehört die „Zucht leider zur aussterbenden Branche“. Die Hochzeit in der fast 100-jährigen Vereinsgeschichte war nach der Wende mit 40 Mitgliedern. Heute zählt der „M60“ 21, die meisten 50 bis 85 Jahre alt. Kinder zu begeistern, dauere zwei Minuten, so Frank Winter. „Aber die Eltern...“ Mit Tieren sei man eben immer gebunden.

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