Ernte : Verluste bei Mais und Kartoffeln

Lars Karnop sieht über seine Felder, auf denen die Kartoffelroder gerade große Schwierigkeiten bei der Ernte haben.
Lars Karnop sieht über seine Felder, auf denen die Kartoffelroder gerade große Schwierigkeiten bei der Ernte haben.

Bauern des Landkreises müssen in der derzeitigen Ernteperiode mit großen Einbußen leben. Regen und Sturm gelten als Haupt-Ursachen.

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18. Oktober 2017, 21:00 Uhr

Das Wetter meint es gut mit den Landwirten - allerdings nur die vergangenen Tage. Denn Sonne und Wind konnten längst nicht wiedergutmachen, was Regen und Sturm in den letzten Wochen an Schäden hinterlassen haben. „Die Situation für unsere Landwirte ist nicht gut. Der ganze Sommer war schon zu verregnet und mit Xavier hat es unsere Bauern noch einmal hart getroffen“, sagt Nicole Gottschall, die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Ludwigslust.

Ganze Schläge Mais seien letztlich dann auch noch umgeweht worden, weil sie vorher wegen des aufgeweichten Bodens nicht abgeerntet werden konnten. „Unfassbar, was wir in dieser Ernteperiode alles verloren haben“, sagt Lars Karnop. Er ist Geschäftsführer der Elbtaler Agrar GmbH in Lübtheen. Einer der größten Landwirte in der Region wird Hunderttausende Euro Verlust machen in der Ernte. „Wir haben das Doppelte an Kartoffeln angepflanzt und bekommen nicht einmal den Ertrag des letzten Jahres heraus. Dazu mussten wir beim Mais zum Beispiel zusätzlich in einen Mähdrescher mit Kettenaufsatz investieren“, so der Lübtheener. Derzeit sind alle 30 Mitarbeiter aus der „Abteilung Pflanzen“ in der Ernte und retten, was zu retten ist. Die Staunässe macht den Feldarbeitern mit den großen Maschinen aber noch immer das Leben schwer. Und dazu kommen dann eben die Folgeschäden. Die nächste Ansaat wird unregelmäßig, weil nicht alle Flächen befahrbar sind. Der Pflanzenschutz ist schwieriger einzusetzen, weil eben auch noch Bäume im Weg liegen. „Wir sind derzeit noch komplett in der Ernte, deshalb können wir uns nicht dem Windbruch widmen. Das heißt Bäume bleiben zum Teil liegen“, listet Karnop die Probleme auf.

Allerdings trifft die große Misere eben nicht nur Großbetriebe im Landkreis. Gerade auch die Kleinbauern, die sich von Mais und Kartoffeln viel versprochen hatten, müssen mit herben Verlusten leben. Und auch die Subventionen wackeln eben zum Teil. Denn Förderprogramme sind oft auch an Auflagen gebunden. „Es gibt Flächen, die die Bauern haben, um Förderung zu bekommen. Diese müssen einmal im Jahr gemäht werden. Wenn man aber nicht drauf kann, weil die Technik ansonsten einsinkt, wird es problematisch“, sagt Karnop.

Auch bei Hans-Peter Grewe in Rodenwalde sind etliche Hektar Mais durch den Sturm umgekippt. Die Ernte war hier wie auch in vielen anderen Betrieben des Landkreises schwierig.

„Leider haben wir von fast allen Landwirten solche Meldungen bekommen. Der Mais war kaum vom Acker zu bekommen. In manchen Fällen war er nicht einmal zum Füttern gut geeignet“, sagt Nicole Gottschall, die Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust.

Mario Kuska

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