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Interview zum Wochenende : Verliebt in alle Himmelsstürmer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hausschlachter Rudolf Tauscher aus Boddin mag große wie kleine Flugzeuge, Tauchgänge und die Stille unter der Wasseroberfläche

von
erstellt am 05.Sep.2014 | 16:04 Uhr

Sich auch mal für sich selber Zeit nehmen, und nicht nur wühlen bis zum Umfallen. Diese Erkenntnis musste bei Rudolf Tauscher erst mal über Jahre reifen, bis er sie beherzigte. „Das Leben kann so schnell zu Ende sein“, sagt der 62-Jährige, dessen Wiege einst im erzgebirgischen Stollberg stand. Dann verliert sich sein Blick für einen Augenblick aus dem Fenster. Die Uhr im Büro klopft derweil die Ewigkeit in verdauliche Stücke. Einmal die Woche praktiziert er das chinesische Tai Chi. Modellflugzeuge und Tauchen sind weitere Hobbys. „Ich war schon als Kind Flugzeug-verseucht und wäre gern auch mal als Pilot selbst geflogen“, gesteht er, der die schnittigen Formen der Himmelsstürmer liebt und etliche sein Eigen nennt. Bei seinen Tauchgängen, von denen er bisher rund 150 absolvierte, schätzt er besonders die ihn umgebende Stille.

Tauscher lebt seit 1979 in Boddin. Der ehemalige Gartenbauingenieur schulte im September 1989 zum Hausschlachter um, machte kurz darauf seinen Meister in Hamburg und gründete seine eigene kleine Firma 1992. SVZ-Redakteur Thorsten Meier beantwortete er die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in Boddin?

Zu Hause am Teich. Weil es dort schön ruhig ist. Da kann ich mich an meinen Karpfen und Goldfischen sowie Seerosen erfreuen.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Als Lehrling zum Zierpflanzengärtner. Da habe ich Koniferenstecklinge und Rosen gezogen und sie verkauft.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Für eine Modelleisenbahn. Mein Vater hatte mir zum Geburtstag eine Platte geschenkt. Mit Alpapier- und Flaschensammeln habe ich mir dann weitere Bauteile kaufen können.

Was würden Sie als Bürgermeister sofort anders machen?

Einen Fahrradweg von Püttelkow bis Boddin anlegen lassen. Denn das ist eine ganz gefährliche Strecke.

Wo findet man Sie am ehesten?

Zu Hause, oder bei meinem Freund Günter Steinke. Wir praktizieren einmal pro Woche Tai Chi. Das tut uns beiden alten Männern sehr gut und hält beweglich. (grinst)

Was stört Sie an anderen?

Unzuverlässigkeit und Unehrlichkeit.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Jeder Sportflieger und Pilot, denn sie vereinen Können und Mut, tragen viel Verantwortung.

Was würden Sie gerne noch können?

Chinesisch sprechen, aber es ist eine sehr schwierige Sprache. Ich war schon fünf Mal in China.

Was bedeutet Ihnen Glück?

Innere Zufriedenheit, Liebe und Achtsamkeit.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ich habe in Ägypten bei einer Tauchsafari vor zwei Jahren mal einen älteren Herrn aus Stollberg kennengelernt. Der hat mir ein paar einfache Lebensregeln mit auf den Weg gegeben. Bei ihm würde ich mich gern mal dafür bedanken, denn sie haben tatsächlich funktioniert.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Wurst, Gemüse und Kraftma-Brot aus dem Erzgebirge.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Wochenende.

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