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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 16:56 Uhr

Lübtheen : Vergiftete Frau noch im Koma

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Retter aus Lübtheen beschreiben dramatische Szenen beim Einsatz. Notstromaggregat hatte lebensbedrohliche Abgase freigesetzt.

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Der Fall einer mit Kohlenmonoxid vergifteten Frau in Lübtheen hatte am Sonntag in der Lindenstadt hohe Wellen geschlagen. Und noch immer liegt die 54-Jährige in einem Berliner Krankenhaus im künstlichen Koma, heißt es von den hiesigen Polizeibeamten.

Dass die Frau dem Tod überhaupt entkam, gleicht einem Wunder - das meinen zumindest die Retter. „Zwei Tage unter dem Einfluss von Kohlenmonoxid - erstaunlich, dass die Dame noch lebte, als wir bei ihr eintrafen“, sagt Andreas Behnke, der stellvertetende Wehrleiter von Lübtheen. Er und seine Kameraden waren zuerst am Unglücksort, nachdem ein Arbeitskollege der Frau die Rettungskräfte informierte, weil er mit Rufen und Klopfen am Haus des Unfallopfers nicht weiterkam. Der Mann hatte große Sorge, dass seiner Bekannten etwas zugestoßen sein konnte. Weil Leib und Leben in Gefahr schienen, wurde von der Feuerwehr kurzerhand die Tür geöffnet.

„Wir wurden gewarnt, dass eventuell seit längerer Zeit ein Notstromaggregat läuft und sind deshalb direkt unter Atemschutzmasken in das Haus. Als wir die bewusstlose Frau fanden, haben wir sie umgehend mit einem Rettungstuch nach draußen gebracht“, beschreibt Behnke die dramatischen Sekunden in dem Lübtheener Haus.

Mit dem Tuch könne man bei der Bergung leichter durch Türen gehen und um Ecken gelangen, als mit der sperrigen Trage, erklären die Kameraden den Einsatz des Textils. „Anschließend wurde die Dame dann mittels einer Trage von den beiden Rettungssanitätern in deren Transporter gebracht“, schildert Andreas Behnke die nervenaufreibenden Szenen.

Nach dem Transport in die Schweriner Klinik wurde die Geschädigte mittels eines Hubschraubers in eine Spezialklinik nach Berlin geflogen, wo sie noch immer intensivmedizinisch versorgt wird. Bis gestern musste die Frau laut Polizeiinformationen noch im künstlichen Koma belassen werden. Lebensbedrohlich sei ihr Zustand jedoch nicht mehr. Wann die Aufwachphase eingeleitet wird, konnte bis gestern noch niemand beantworten.

Klar ist, dass die 54-Jährige durch den mutigen Einsatz ihres Bekannten überhaupt erst gerettet werden konnte.

Warum im Kellergeschoss ein mit Benzin betriebenes Notstromaggregat lief, konnte auch Tage nach dem Unglück nicht ermittelt werden. Die Untersuchungen dazu dauern an. Auch der Kriminaldauerdienst war neben den Hagenower Kollegen vor Ort und machte sich ein Bild vom Unglück. Allerdings ging es in den Momenten nach dem Eintritt in das Haus erst einmal um die Rettung des Opfers und weniger um das Sichern von Beweismaterial, heißt es von den Beamten aus Hagenow und vom Kriminaldauerdienst. Polizisten und Feuerwehrkameraden wünschten der Frau gestern „Alles Gute und eine baldige Genesung!“

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