Hagenow : Vereine unter die Lupe genommen

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Gartenbegehungen im Regionalverband Südwest-Mecklenburg e.V. gehen in neue Runde. Hauptproblem nach wie vor der Leerstand

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23. Juni 2016, 12:00 Uhr

In den Gartenanlagen des Regionalverbandes der Gartenfreunde Südwest-Mecklenburg e.V. stehen jetzt die alljährlichen Gartenbegehungen an. Die Geschäftsführerin des Verbandes Ingrid Schönhoff hat in Zusammenarbeit mit der Bewertungskommission einen detaillierten Zeitplan ausgearbeitet. Am 25. Juni und 6. August geht es im Ludwigsluster Bereich weiter sowie am 9. Juli in Boizenburg und Hagenow.

Anliegen der regelmäßigen Begehungen, die sich immer über einen Gesamtzeitraum von drei Jahren erstrecken, ist es nach den Worten von Herbert Werner, dem Vorsitzenden des Regionalverbandes, den jeweiligen Ist-Zustand der Anlagen zu ermitteln. „Dabei geht es einerseits um den Gesamteindruck der Anlage, die Ordnung, Sauberkeit, Effektivität und auch Produktivität der Gärten.“ Die kleingärtnerische Gemeinnützigkeit steht nach seinen Worten immer im Vordergrund.


Kommission ist für Bewertung zuständig


Für die Gartenbegehungen im Regionalverband ist eine Wettbewerbskommission unter Leitung des Fachberaters Friedrich Schneider zuständig. Die dreijährigen Wettbewerbszyklen für die Begehungen ergeben sich aus der Anzahl der insgesamt 49 Vereine im Regionalverband, die zeitlich nur über diesen Zeitraum umzusetzen sind.

Zum Auftakt, am 21. Mai war die Wettbewerbskommission in den Kleingartenvereinen „Neue Heimat“, „Am Bollenkamp“ und „Rasse-Geflügel-Zuchtverein“ Hagenow zu Gast.

Bei diesen Begehungen ging es nach den Worten der Geschäftsführerin des Regionalverbandes, Ingrid Schönhoff, beispielsweise um den Leerstand, die kleingärtnerische Bewirtschaftung und Gemeinnützigkeit, die von der Kommune vergeben wird.

Der Hagenower Bürgermeister Thomas Möller nahm die Einladung zu dieser Begehung an und zeigte sich im SVZ-Gespräch interessiert an der ehrenamtlichen Arbeit der Gartenfreunde. Nach dem Kleingartengesetz sei die Kommune zuständig für die Prüfung und Genehmigung der kleingärtnerischen Gemeinnützigkeit der Vereine. „Ich habe mich entschieden, die Einladung anzunehmen und ging an diesem Tag morgens um 8 Uhr in den Kleingartenverein Neue Heimat. Wie ich hörte, war es das erste Mal nach vielen Jahren, dass ein Bürgermeister bei einer Begehung mit dabei ist“, sagte Thomas Möller im SVZ-Gespräch.

Ihm habe dieser Termin sehr viel gegeben. Er sei mit vielen Kleingärtnern über den Gartenzaun ins Gespräch gekommen. „Der Besuch im Schulgarten in der Anlage Neue Heimat war für mich sehr interessant, weil ich gesehen habe, wie den Schülern die Gartenarbeit nahe gebracht wird“, sagte Möller weiter.


Kleingartensparten haben Zukunft


Nach seinen Worten haben die Kleingartensparten in Hagenow eine Zukunft. „Wir beabsichtigen nicht, eine Gartenanlage zu schließen, solange sie sich in dem gegenwärtigen Zustand, was beispielsweise die Auslastung betrifft, befindet. Wenn allerdings der Leerstand an die 90 Prozent rangeht, muss man sich natürlich Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Ansonsten ist da nichts in Sicht, dass wir an der gegenwärtigen Situation etwas drehen wollen. Der Kleingarten ist für die Pächter von großem Erholung- und Freizeitwert. Das soll so bleiben“, sagte Möller, der seine Teilnahme auch an den weiteren Begehungen in Hagenow zusagte.

„Ja, der Bürgermeister war positiv überrascht, dass doch noch so viel Obst und Gemüse angebaut wird. Auch haben allen die gepflegten Gemeinschaftsflächen gefallen und dass wir mit vier von 108 Gärten nur wenig Leerstand haben“, sagte Inge Moldt Vorsitzende vom Kleingartenverein „Am Bollenkamp e. V. Getan werden muss nach ihren Worten unbedingt noch etwas in Bezug auf die Heckenhöhen.

„Da haben im Vorjahr zwar schon einige Gartenfreunde ihre Hecken auf die vorgeschriebene Maximalhöhe heruntergenommen, aber es gibt immer noch zu viele, die sich in ihrem Garten wie in einer Festung einigeln. Das ist für eine gemeinnützige öffentliche Anlage natürlich nicht gerade wünschenswert“, so Inge Moldt abschließend.

Die Auswertung der dreijährigen Wettbewerbsetappe erfolgt nach den Worten vom Regionalvorsitzenden Herbert Werner im September.


Was machen die Gärtner auf ihren Parzellen?


„Wir befinden uns sozusagen auf der Zielgeraden für diesen Wettbewerbszyklus. Die jetzt vorbereiteten Besuche in den Anlagen sind die letzten Begehungen dafür. Letztendlich wollen wir wissen, was die Kleingärtner aus ihrer Parzelle machen? Haben wir noch eine Bewirtschaftung oder ist es nur Erholung? Mittlerweile sind wir im zehnten Jahr so unterwegs. Im Oktober erfolgen in einer erweiterten Vorstandssitzung Auswertung und Auszeichnung der einzelnen Jahrgänge sowie die Feststellung des Gesamtergebnisses für die vergangenen drei Jahre. Wir wollen so anregen, dass gute Erfahrungen von Verein zu Verein weitergetragen werden“, sagte Herbert Werner abschließend im SVZ-Gespräch.

Ein Hauptproblem im Regionalverband ist nach wie vor der Leerstand von Gärten in den einzelnen Sparten, den es nach den Worten von Werner zu senken gilt.

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