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Hagenower Kreisblatt

14. Dezember 2017 | 13:54 Uhr

Angler : „Verein darf nicht sterben“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Vellahner Petrijünger vor Zerreißprobe: Interne Auflösungsbemühungen kontra Neuwahl am 18. März sowie Rettung des Töpferteiches

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Seit der Vorsitzende des örtlichen Angelvereins „Gut Fang Vellahn e. V.“, Roland Schwark, zum 31. Dezember des letzten Jahres sein Amt niederlegte, rumort es in der Truppe. Dass Gewässerwart Bernd Wienke und Jugendwart Sven Wigger seinem Beispiel folgten, stellt die Petrijünger gar vor eine Zerreißprobe. Denn eine Neuwahl des Vorstandes am 22. Januar im Gasthaus „Zur guten Quelle“ wurde auf Antrag eines einzelnen Vereinsmitgliedes von der Tagesordnung der Mitgliederversammlung abgesetzt, zu der 30 der insgesamt 58 Mitstreiter und zwei Gäste vom Regionalanglerverband Süd-West-Mecklenburg e. V. erschienen waren. Der Vorwurf: Die Ladungsfrist von drei Wochen sei nicht eingehalten worden.

„Außerdem gibt es interne Bestrebungen, unseren Verein einfach sterben zu lassen“, berichtet Georg Wendt, zur Zeit amtierender Vorsitzender. Ein Ansinnen, dass er überhaupt nicht nachvollziehen könne, so der 63-Jährige schockiert, der seit sechs Jahren bei den Vellahner Anglern den Freizeitspaß ausübt. „Zum Verein gehören Mitglieder aus Vellahn, Pritzier, Boizenburg, Zarrentin, Zühr, Brahlstorf, Bengerstorf und Tessin. Die Mehrzahl von ihnen will den Verein nicht auflösen, das weiß ich aus zahlreichen Gesprächen“, betont Wendt, der zusammen mit Torsten Klein und Sanjo Wendt die Vereinsangelegenheiten regelt. Damit man geschäftsfähig bleibe, wie der Pritzierer im SVZ-Gespräch erklärt. Das Gegenteil sei eher der Fall. „Der Verein darf nicht sterben. Wir wollen künftig auch ein Auffangpool für die Mitglieder sein, die nur dem Hobby frönen wollen. Denn Arbeitseinsätze sind keine Pflicht, nur freiwilliges Engagement. Und manche können sich eben aus Zeitgründen nicht einbringen. Wir wollen eine Mitgliedschaft ohne Zwänge, deshalb erheben wir ja auch keine Aufnahmegebühr.“

Im Januar 2012 geisterte schon einmal das Gespenst der Auflösung durch die Truppe. Damals hatte der Vorstand auch hingeschmissen. „Das konnten wir jedoch verhindern, weil wir uns zur Arbeit im Vorstand bereit erklärt hatten“, erinnert sich Wendt an die schwarzen Tage. Nun soll am 18. März um 19 Uhr die Neuwahl des Vorstandes im Gasthaus Kerber stattfinden. „Wir würden uns über ein zahlreiches Erscheinen der Mitglieder freuen“, sagt Wendt und macht auf ein weiteres Problem aufmerksam. Das Vereinsgewässer, den von der Gemeinde Vellahn gepachteten Töpferteich. „Der leidet unter extremen Niedrigwasser, weil er keinen natürlichen Zufluss hat.“ 2015 habe der Verein für 900 Euro Fischbesatz in ihn entlassen. Ob davon überhaupt noch etwas am Leben sei, könne niemand beantworten, zumal Reiher und Greifvögel sich am gedeckten Tisch bedient hätten. „Unser zweites Ziel ist es deshalb, den Teich als Vereinsgewässer zu bewahren“, erklärt Wendt. Und stößt mit seinen Worten auf offene Ohren bei Vellahns Bürgermeister Ulrich Stein: „Auch uns als Gemeinde liegt sehr viel daran, das Gewässer zu erhalten. Anfang März wird es mit dem Wasserbodenverband einen Vororttermin geben, um die Möglichkeiten auszuloten, wie man dauerhaft Wasser in den Töpferteich bekommt.“

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