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equal pay day in Boizenburg : Verdienen und erlangen sind zweierlei

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Frauen freuten sich über einen Rabatt am equal pay day

von
erstellt am 20.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Stephanie Haack und Angelika Schwarz hatten im Konsum-Schuhladen alle Hände voll zu tun. Frauen standen an den Regalen, saßen und probierten oder standen vor der Kasse. „Wir sind in diesem Jahr bei der Rabatt-Aktion am equal pay day (EDP)zum ersten Mal dabei und haben sehr gut zu tun“, so Stephanie Haack. Kundin Gerlinde Elvers aus Neu Gülze begleitete ihre Schwiegertochter zum Schuhkauf und freute sich, dass es für die Frauen auf Handtaschen und Schuhe 21 Prozent Rabatt gab. „Ich kaufe auch sonst gerne hier ein, die Beratung ist gut, die Bedienung freundlich. Aber wenn man sparen kann, ist das natürlich auch sehr schön, denn Schuhe hat eine Frau bekanntlich nie genug“.

In Geschäften, aber auch im Kino, beim Friseur oder im Fitness-Studio gab es für die Frauen den Rabatt auf Waren oder Leistungen. Gleichstellungsbeauftragte Beate Benz hatte die Aktion vor drei Jahren ins Leben gerufen und konnte sich darüber freuen, dass sie in diesem Jahr 17 Mitstreiter gefunden hatte. Einige Geschäfte zeigten sich besonders großzügig und gaben den Rabatt auf die gesamten Waren, was zum Beispiel bei Eisen Heinrich dazu führte, dass Männer alle in Begleitung ihrer Frauen kamen.

Allen Frauen, mit denen SVZ sprach, war die Bedeutung des Tages der Lohngerechtigkeit bekannt und alle fanden die Aktion gut, wie zum Beispiel Yvonne Oertel , die sich im Laden „Einfach schön“ von Angela Blome eine Frühlingsdeko für sich selbst gönnte.

Der Tag der Lohngerechtigkeit hat seinen Ursprung in den USA. Der EPD markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden. Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Lohnlücke in Deutschland gemessen am Durchschnittsbruttostundenlohn 21 Prozent betrug. Aber der Eindruck, dass Frauen bei gleicher Arbeit hauptsächlich aufgrund von geschlechtsspezifischer Diskriminierung schlechter bezahlt werden, täuscht. Der Lohnunterschied ist zum Großteil damit zu erklären, dass Frauen häufiger schlechter bezahlte Berufe auswählen, zum Beispiel in der Pflege und öfter, sei es freiwillig oder unfreiwillig, weil keine Kinderbetreuung möglich ist, in Teilzeit arbeiten. „Ich finde die Aktion gut, sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Lohnungerechtigkeit“, meinte Yvonne Oertel.

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