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Hagenower Kreisblatt

19. November 2017 | 17:10 Uhr

Schildfeld : Verdacht auf Wilderei bei Gresse

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bei der Mitgliederversammlung der Hegegemeinschaft wurde ein Jagverstoß bekannt, der die Gemüter erhitzte

svz.de von
erstellt am 22.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Der Leiter des Forstamtes Schildfeld, Jörg  Stübe,  informierte die SVZ über einen Jagdvorfall, der bei der Mitgliederversammlung der Hegegemeinschaft Boize-Schaale für Rot-, Dam- und Schwarzwild    die Gemüter  erhitzte. Vorsitzender Horst Schulz hatte  dort über einen Vorfall in seinem Revier am 12. März berichtet. Er wiederum sei durch einen angrenzend wohnenden Jäger informiert worden, dass  in der Nacht zuvor nahe seinem Revier vier Schüsse abgegeben wurden und dann sehr lange mit Taschenlampen gesucht wurde.

In Vollmondnächten wie dieser  ist die Jagd auf Schwarzwild nichts Ungewöhnliches, jedoch deutete das nächtliche Suchen  auf nicht gefundenes Wild hin. Sollte ein verwundetes Stück in einen benachbarten Jagdbezirk wechseln, muss der dortige Jäger über die Nachsuche informiert werden. Doch bei  Horst Schulz wurde keine Nachsuche  angemeldet. Vorsorglich unternahm Schulz mit seinem ausgebildeten Jagdhund eine Kontrollsuche am Rande des Jagdgebietes Forst Gresse. Nach wenigen Metern nahm der Hund eine deutliche Schweißfährte auf, der er etwa 60 Meter in den Wald hinein folgte -  bis zu einem verendeten einjährigen Rothirsch (Rotwildspießer). Für diese Wildart gilt momentan  Schonzeit. Zur Beweissicherung holte Schulz die örtliche Polizei herbei. Zudem wurde mit einem Spezialhund der Schweißhundestation Schaalsee (eine Einrichtung, die ausschließlich für die Nachsuche von Wild für Jäger unterhalten wird)  eine Rückwärtssuche zum sogenannten Anschuss (die Stelle, an der das Wild beschossen wurde) durchgeführt. Der Anschuss wurde erfolgreich rund 90 Meter  von der Waldkante entfernt  gefunden; auf einem Hochsitz in  250  Meter Entfernung konnte die Polizei auch noch eine Patronenhülse sicherstellen. Der zuständige Jagdpächter wurde herbeigerufen und über den Sachverhalt informiert.

Interessant: Bei dem Vorfall handelt es sich um gleich mehrere Delikte. Die Erlegung dieses Wildes ist derzeit nicht erlaubt - das ist eine Ordnungswidrigkeit gemäß Jagdgesetz. Die unterlassene oder nicht sorgfältig durchgeführte Nachsuche dagegen ist sogar eine Straftat nach dem Tierschutzrecht. Horst  Schulz erstattete Anzeige gegen Unbekannt.

Der Jagdpächter des angrenzenden Jagdbezirks versicherte, dass keine von ihm beauftragten Jäger  zu dem Zeitpunkt dort die Jagd ausgeübt hätten. Auch von  ihm gab es deshalb eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Wilderei.

Nun bleibt abzuwarten, wie die zuständigen Behörden mit der Beweislage umgehen. Für die Ahndung der Ordnungswidrigkeit ist die Untere Jagdbehörde des Landkreises zuständig, für die beiden Straftaten die Staatsanwaltschaft Schwerin.  Für Jäger ist dieser Vorfall eine deutliche Verletzung geltenden Jagdrechts und jagdethischer Grundsätze. Vor diesem Hintergrund verurteilte die Hegegemeinschaft den Vorfall „auf das Schärfste“.

Jenseits des Falles befasste sich die Mitgliederversammlung mit den  Ergebnissen des vergangenen Jagdjahres (1. April 2016-31.März 2017; SVZ berichtete). Diskussionen gab es wegen der Nichterfüllung des Abschussplanes. Die Hegegemeinschaft konstatierte, dass der Wildbestand nicht wesentlich reduziert wurde. Deshalb beschlossen die Jäger für das neue Jagdjahr einen  Abschussplan von 179 Stück Rotwild und 1021 Stück Damwild. Beim Rotwild bewegt sich die Gemeinschaft auf dem Niveau des Vorjahres, beim Damwild  erhöht sich das Pensum um 65 Stück gegenüber dem Vorjahr.

Am Vormittag hatten einige interessierte Besucher sich die Trophäenschau der Hegegemeinschaft angeschaut, die  75 Präparate von Rot- und Damwild umfasste.

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