Ludwigslust-Parchim : Verbrennung lieber im Landkreis?

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Kreistag diskutierte über kreiseigenen Lösung zur Entsorgung der Klärschlämme / Kostensteigerung für alle Bürger zumindest befürchtet

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23. September 2015, 19:50 Uhr

Was passiert künftig mit dem Klärschlamm, der im Landkreis anfällt? Darüber hat der Kreistag in seiner letzten Sitzung relativ ausführlich diskutierte. Im Ergebnis soll der Landrat nun prüfen, inwieweit eine Verbrennung einschließlich des Phosphorrecyclings unterstützt werden kann. Ursprünglich war der gemeinsame Antrag der Fraktionen Die Linke, der SPD, der CDU und der FDP/AfL sogar noch weiter gegangen. Da war davon die Rede, diese Verbrennung in Ludwigslust auf dem Gelände der jetzigen Müllverbrennungsanlage zur organisieren. Jetzt geht es vor allem darum, Möglichkeiten der Verwertung im Landkreis zu prüfen und auch vorzubereiten.

Hintergrund: Die Bundesregierung will die bisher noch übliche Ausbringung von Klärschlämmen auf landwirtschaftliche Flächen verbieten. Und das recht bald. Wenn man dann keine zugelassenen Entsorgungsanlagen in der Nähe hat, kann es für alle Bürger teuer werden. Nämlich dann, wenn die Abwasserverbände ihren Klärschlamm anderswo entsorgen müssen. Auch wenn jetzt bei Rostock eine große Anlage entstehen soll, wollen die Kreispolitiker in der Frage lieber auf eigene Kapazitäten setzten. Darauf wies Peter Warnecke, Kreistagsabgeordneter der Linken, als Einbringer des Antrages gleich mehrfach hin. Warnecke geht von hohen zusätzlichen Kosten aus, die auf alle Bürger zukämen, wenn nicht eine eigenen Lösung gefunden wird. Er sprach von Kostensteigerungen von bis zu 30 Prozent, die dann auf alle Gebührenzahler umgelegt werden müssten.

Für die Dringlichkeit des Antrages spricht, dass sich die Fraktionen im Vorfeld der Kreistagssitzung mit den Fachleuten der Region sich dazu abgestimmt haben. „In einem gemeinsamen Gespräch der Verantwortlichen der Zweckverbände Fahlenkamp, Schweriner Umland, Parchim-Lübz, Sude Schaale, ZkWAL, den Stadtwerken Parchim und Lübz und WTAZV aus Brandenburg mit den Betreibern der Müllverbrennungsanlage Ludwigslust wurden Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit und mit dem Ziel einer zukünftigen thermischen Verwertung der Klärschlämme ausgelotet“, heißt es dazu in dem Antrag.

Übereinstimmung aller Anwesenden bestand darin, dass diese Aufgabe nur gemeinsam mit der Verwaltung (hier der unteren Wasserbehörde) des Landkreises Ludwigslust- Parchim zu lösen sein wird.
In Mecklenburg-Vorpommern ist die Klärschlammentsorgung sehr stark geprägt durch den hohen Anteil landwirtschaftlicher Verwertung. Im Gegensatz zu dem Bundesdurchschnitt mit ca. 30 Prozent liegt der Anteil der landwirtschaftlichen Klärschlammverwertung aus kommunalen Kläranlagen in Mecklenburg Vorpommern bei ca. 80 Prozent .

Nur wenige Zweckverbände führen derzeitig aufgrund von Grenzwertüberschreitungen ihre Klärschlämme einer thermischen Verwertung zu.



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