zur Navigation springen

Kirchensanierung : Vellahner Turm vor erneuter Krönung

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kirchgemeinde nutzt die Gunst der Einrüstung auch für Sanierung der Uhr

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 16:53 Uhr

Heute oder vielleicht morgen ist es soweit, dann bekommt der 48 Meter hohe Turm der Dorfkirche seine Kugel und sein Kreuz wieder. Die Vorgänger waren vor etlichen Jahren aus Sicherheitsgründen entfernt worden, sind aber nun verschollen. So schildert es Pastor Christian Lange, der mit vielen anderen der Fertigstellung der Sanierung des regionalen Wahrzeichens entgegenfiebert. Stichtag ist der 9. November, bis dahin sollen die Gerüste an dem 1885 fertig gestellten Bauwerk fallen. Doch das ist angesichts der noch anstehenden Arbeiten ein ehrgeiziger Termin. Dennoch ist die Sanierung der Turmspitze, um die es in der ersten Etappe geht, schon weit fortgeschritten. Mitarbeiter der Parchimer Dachdeckerfirma „Gröger & Logge“ waren gestern dabei, Flanken des Turmdaches mit Schieferplatten zu bestücken. Doch auch das Tragewerk im Inneren ist erneuert worden. Trotz des vergleichsweise jungen Alters der Kirche war der Zustand gerade des Turmes besorgniserregend. Das wird in Teilen auch nach der ersten Sanierungsetappe gelten, denn etliche Bereiche des Mauerwerkes bleiben sanierungsbedürftig. Dennoch ist das Projekte für die gut 1000 Mitglieder zählende Kirchgemeinde Vellahn-Pritzier Glücksfall und Segen zugleich. Denn die 300000 Euro, die eingeplant sind, speisen sich aus vielen Töpfen. Während die Kirchgemeinde selbst mit 10000 Euro dabei ist, kam Geld von der Europäischen Union, dem Land, der Kirche sowie etlichen Stiftungen. Pastor Lange: „Ein Glücksfall, aber die Sanierung war auch bitter nötig, wie während der Arbeiten schnell klar wurde. Es hatten sich schon erste Steine gelöst.“

Der Kirchbau selbst ist jung, doch die Vellahner Kirche steht auf den Resten einer der ältesten Dorfkirchen im Land und somit auf traditionsreichem Boden. Und der Vellahner Bau ist Ausdruck des Reichtums der Bauern in der Region, sonst wäre der Bau nicht so ausgefallen.

Der eingerüstete Turm bietet aber auch andere Chancen. Zugleich mit dem Turm kann nämlich auch die Turmuhr saniert werden. Diese 18000 Euro werden aus Privatspenden beglichen. Die Zifferblätter sind bereits wieder eingebaut, werden aber durch Extra-Platten noch geschützt. Das Uhrwerk soll in den kommenden Tagen folgen. „Ohne die Einrüstung könnten wir das gar nicht machen, einen Kran für den Einbau der Zifferblätter hätten wir nie bezahlen können“, weiß Pastor lange und freut sich schon auf den Tag, an dem die Gerüste fallen. Bis dahin ist er so gut wie jeden Tag auf seinem Turm, meist nimmt er die Stufen am Gerüst, den Lastenaufzug nur beim Besuch des Zeitungsredakteurs.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen