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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 22:33 Uhr

Hagenow : Vandalen belasten die Stadtkasse

vom

Traurige Bilanz: Vandalen schlagen immer öfter zu in Hagenow. Selbst vor Gedenksteinen machen sie keinen Halt. Das kostet die Stadt 2012 bislang mehr als 11 000 Euro. Ein Fiasko angesichts der klammen Haushaltskassen.

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erstellt am 29.Aug.2012 | 05:44 Uhr

Hagenow | Traurige Bilanz: Vandalen schlagen immer öfter zu in Hagenow. Selbst vor Gedenksteinen machen sie keinen Halt. Das kostet die Stadt 2012 bislang mehr als 11 000 Euro. Demolierte Verkehrsschilder, zerschlagene Bushaus-Scheiben, illegale Mülldeponien - das wieder in Ordnung zu bringen koste Geld, so Stadtbauhofleiter Enrico Spanier. Geld, das angesichts klammer Haushaltskassen sowieso schon knapp sei. Und noch ein Wermutstropfen: Bei den 18 Bauhofmitarbeitern steigt das Stundenkonto für Vandalismuseinsätze stetig. Mehr als 300 Stunden reparieren, entsorgen, säubern sie die Hinterlassenschaften der mutwilligen Zerstörer. Zeit, die für die eigentlichen Pflichtaufgaben fehlt: den Verkehr sichern, Straßenschäden beseitigen, Grünanlagen pflegen.

Mehrmals in der Woche rückt die Truppe stattdessen zu Tatorten von Vandalen aus. Im Vergleich: 2011 einmal im Monat. Oft muss Enrico Spanier mit dem Kopf schütteln, wenn er die Schäden vor sich sieht. Es sei erschreckend, was manche Menschen so anrichten. Allein in den letzten zwei Wochen seien neun Straßenschilder gestohlen oder zerstört worden. Ein Pensum, mit dem der Bauhof kaum mithalten kann. Für das Schilderlager muss Enrico Spanier erst wieder Nachschub für etwa 1000 Euro ordern.

Problematisch seien auch die vielen illegalen Müllhalden. Eine hat er erst jetzt wieder am Tunnel in Scharbow aufräumen müssen. Das zweite Mal haben Bürger dort Computer, Bremsscheiben und Baumüll entsorgt. Ein Vorgehen, das der Verwaltungsmitarbeiter nicht nachvollziehen kann. "Es gibt in Hagenow so viele Möglichkeiten, sich seines Abfalls kostenfrei zu entledigen." Jeder dürfe zweimal im Jahr Sperrmüll abholen lassen; es gebe private Entsorger für Altkleidung; und auch Bau- und Sondermüll werde man bei Entsorgungsunternehmen in Hagenow oder Kuhstorf kostengünstig los. Gleiches gilt für die Müllsünder am Bollenkamp. Dort stehen Tonnen. "Trotzdem werden Säcke zum Beispiel mit Tapeten-Resten daneben gestellt." Abgesehen davon, dass diese Tonnen dafür nicht gedacht seien.

Zusammen mit dem städtischen Ordnungsamt sucht der Bauhof dann mitunter nach Hinweisen auf die Täter. Mathias Lidzba, Teamleiter Ordnung und Soziales, verweist auf die Bußgelder, mit denen Müllsünder rechnen müssten. In größeren Fällen seien das durchaus mehrere 1000 Euro. Bei folgenschweren Umweltdelikten werde aus der Ordnungswidrigkeit sogar eine Strafsache.

Alte Kanister mit Öl oder Benzin im Wald gehören auch zu Enrico Spaniers unerfreulichen "Fundsachen". Drei bis vier Tage könne das Aufräumen und Entsorgen einer solchen wilden Müllhalde dauern, so der Bauhofleiter. Am Remel etwa. "Schließlich wollen wir diesen Wald als FSC-Gebiet erhalten", begründet er den Einsatz seiner Truppe.

Viel Arbeit, viele Kosten für die Stadt, "die eigentlich nicht nötig wären", sagt Enrico Spanier. Jeder einzelne Bürger sei jetzt gefragt, an die eigene Vernunft und die seiner Mitmenschen zu appellieren. Wer etwas beobachtet, könne selbst einschreiten oder die Polizei informieren. So könne man wenigstens die Täter ermitteln.

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