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Ludwigslust/Hagenow : Unternehmerverband vor der Spaltung

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Der Unternehmerverband Norddeutschland-Schwerin e. V. steht unmittelbar vor einer Spaltung. Die Mitglieder des Regionalverbandes Ludwigslust/Hagenow wollen sich nicht mit Parchim zwangsvereinen lassen.

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erstellt am 03.Apr.2012 | 05:39 Uhr

Ludwigslust/Hagenow | Der Unternehmerverband Norddeutschland-Schwerin e. V. steht unmittelbar vor einer Spaltung. Die Mitgliedsunternehmen des Regionalverbandes Ludwigslust/Hagenow haben sich mit überwältigender Mehrheit gegen die vom Präsidium angestrebte schnelle Vereinigung mit dem Parchimer Regionalverband ausgesprochen. Nach wochenlangem Streit hinter den Kulissen sind die Fronten inzwischen so verhärtet, dass die Ludwigsluster Regionalleitung dem Präsidium in Schwerin ein Ultimatum gestellt hat. Entweder, die angestrebte schnelle Vereinigung wird bis zum 10. April gestrichen, oder die Masse der Mitgliedsunternehmen tritt aus dem eigenen Verband aus und gründet einen eigenen Interessenverband. Der könnte "Unternehmerverband Südwestmecklenburg" heißen. Immerhin geht es beim Ludwigsluster Regionalverband um 104 Unternehmen in denen gut 3000 Menschen arbeiten.

Hintergrund der Eile: Das Präsidium hat für Ende April eine Gesamtmitgliederversammlung angesetzt auf der u. a. die beiden Regionalverbände verpflichtet werden sollen, ihren Zusammenschluss bis zum 30. Juni zu betreiben.

Dem Präsidium geht es formal um die Anpassung der Struktur an die neue Kreisreform. "Um möglichen Schaden durch unterschiedliche Meinungsbildungsprozesse und Vertretungen gegenüber verschiedenen Einrichtungen abzuwenden.... , erscheint die Fusion der beiden Regionalleitungen Ludwigslust und Parchim entsprechend der neuen Landkreisstruktur schnellstmöglich geboten", heißt es dann auch in der Einladung zur Mitgliederversammlung.

Der Meinung sind die Unternehmen aus Ludwigslust und Hagenow ganz und gar nicht. Sie wollen sich auch nichts vorschreiben lassen, auch nicht vom eigenen Präsidium.

Wolfgang-Reiner Hildesheim, der Leiter des Regionalverbandes und gerade als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet: "Wir handeln auf Beschluss unserer Mitglieder. Und die haben für sich klar gemacht, dass ein solcher Zusammenschluss, so er denn überhaupt nötig ist, sehr viel Zeit und Einfühlungsvermögen braucht. Wir haben diese Erfahrung nämlich beim wirklich nicht leichten Zusammenschluss zwischen Hagenow und Ludwigslust machen müssen." Und die Unternehmer sehen sich mit ihrem Widerstand nicht allein. Ob es die Jäger sind, die Feuerwehren oder andere Vereine und Verbände, überall gibt es Widerstand gegen eine Zusammenlegung auf Großkreisnivevau. Zumal es nur sehr wenige Verbindungen zwischen den Altkreisen gibt. Hildesheim: "Dennoch hat kein Mensch etwas gegen einen Zusammenschluss, wenn er denn vernünftig betrieben wird. Genau das sehen wir aber im Moment überhaupt nicht."

Im Gegenteil, die Ludwigsluster fühlen sich ungefragt überrannt und mit pseudodemokratischen Argumenten an die Wand gedrückt. Denn der Parchimer Regionalverband hat deutlich mehr Mitglieder als der Ludwigsluster. Auf der angestrebten gemeinsamen Versammlung ließe sich so eine Fusion locker mit einfacher Mehrheit beschließen.

Doch die Ludwigsluster wollen überhaupt nicht abstimmen. Auf einer extra einberufenen Versammlung in Hagenow, die vor einigen Wochen stattfand, gab es einen einstimmigen Beschluss dagegen.

Dietmar Wegner, Rechtsanwalt und bisher Mitglied des Verbandes: "Das ist ein Lobbyverein, wir sind hier alle freiwillig, weil wir unsere Interessen vertreten wollen. Und wir lassen uns nicht zwangsverheiraten. Keiner schreibt uns etwas vor, war wir machen sollen. Wir haben mit Parchim schlicht nichts zu tun und es ist auch nicht einzusehen, was dieser schnelle Zusammenschluss bringen soll."

Die Ludwigsluster wollen viel lieber, wie bisher, auf ihre eigene Kraft setzen und ihre Arbeit selbstbewusst in der Region allein organisieren.

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