Komparsen bei Bibi & Tina : Unter der Regie von Detlev Buck

Torben (l.) und Justin Knaak. Ein wenig waren sie vor der Kinovorstellung am Donnerstag doch aufgeregt. Sie hatten den Film bis dahin noch nicht sehen können und wussten nicht, ob ihre Szenen drin waren und wie sie auf der Leinwand rüberkommen.
Torben (l.) und Justin Knaak. Ein wenig waren sie vor der Kinovorstellung am Donnerstag doch aufgeregt. Sie hatten den Film bis dahin noch nicht sehen können und wussten nicht, ob ihre Szenen drin waren und wie sie auf der Leinwand rüberkommen.

Zwei Boizenburger Jugendliche haben an den Regisseur geschrieben und durften beim 3. Teil von „Bibi & Tina“ als Komparsen mitspielen

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23. Januar 2016, 07:30 Uhr

Manchmal kann es so einfach sein. Man sieht einen Film, findet ihn toll und denkt: ’Da mal mitspielen zu können, das wäre großartig.’ Und dann wird es wahr.

So ging es auch Torben Knaak (15) aus Boizenburg. Doch er ließ es nicht bei dem Gedanken bewenden, sondern schrieb tatsächlich einen Brief an den bekannten Regisseur Detlev Buck, nachdem er den 2. Teil des Jugendfilms „Bibi & Tina“ gesehen hatte: „Ich habe da noch eine wichtige Frage an Sie: Wird es einen dritten Teil geben?“ haute er in die Computertasten. „Hoffentlich ja, da der Film mich immer sehr mitreißt und ich ihn einfach liebe. Einen Wunsch hätte ich da noch, wenn eine Fortsetzung geplant wäre, würden mein Bruder und ich sehr gerne mitspielen, wir können beide singen, haben Erfahrung mit Schulpolitik, sind schlank gebaut, sportlich, haben Erfahrung mit Schauspiel und können reiten.“

Detlev Buck schrieb höchstpersönlich eine Antwortkarte: „Lieber Torben, lieber Justin, danke für eure nette Bewerbung. Leider wissen wir erst im April, ob es einen 3. Teil von Bibi und Tina geben wird.“

Im Frühjahr 2015 fiel dann eine positive Entscheidung über den Dreh des dritten Teils, Untertitel „Mädchen gegen Jungs“. Kurz darauf meldete sich die zweite Regieassistentin der Boje-Buck-Filmproduktion bei den Knaak-Brüdern. Sie forderte sie auf, jeweils drei kurze Videos zu drehen. Eins, in dem sie sich kurz vorstellen und zwei, in dem je eine Szene aus den vorherigen beiden Teilen nachgestellt wird.

Torben und Justin (13) holten sich Hilfe von zwei Freunden und machten sich ans Werk. Die Filmleute dürfte beeindruckt haben, dass sich die Brüder als Hintergrund die schöne Sudeniederung in der Nähe ihres Wohnortes Altendorf, einem Ortsteil von Boizenburg, ausgesucht hatten.

Auch wenn sie sich vielleicht ein klitzekleines bisschen mehr erhofft hatten, die Brüder bekamen daraufhin Rollen als Komparsen angeboten.

„Ich hatte drei Drehtage und Justin einen“, erzählt Torben im Gespräch mit der SVZ. „Dafür musste ich was sagen“, berichtete Justin stolz. Sein Satz lautet im Film „Nun sei’ mal kein Klugscheisser!“. Diese fünf Worte führen für einen Komparsen zu einer Verdopplung des normalen Verdienstes von meistens 55 Euro pro Drehtag.

Torben und Justin sind von ihren Erlebnissen beim Film schwer begeistert, auch wenn sie dafür bis nach Buckow bei Berlin gefahren werden mussten. Auch, dass der Hauptteil eines Drehtages aus Warten auf den nächsten Einsatz besteht und manche Szenen ’zig mal wiederholt werden müssen, hat sie anscheinend nicht abgeschreckt. Der Spaß an der Sache, die vielen neuen Leute und nicht zuletzt die Nähe zu den Idolen, die man sonst nur von der Leinwand kennt, entschädigt offenbar für alles.

„Sogar der Youtuber Phil Laude von Y-Titty hat mitgespielt“, erzählten die Brüder.

Ob sie denn mit Bibi, Tina und Alexander alias Lina Larissa Strahl, Lisa-Marie Koroll und Louis Held sprechen konnten? „Die standen immer unter Zeitdruck und wenn nicht, sind sie in ihren Aufenthaltsfahrzeugen verschwunden“, erinnert sich Torben. „Manche Schauspieler sind ja ziemlich eingebildet. Aber Detlev Buck ist ein richtig cooler Typ, total entspannt und sehr lustig. Der hat sich für alle Komparsen Zeit genommen und mit ihnen Fotos gemacht!“

Am vergangenen Donnerstag kam der Film bundesweit in die Kinos. Torben und Justin sahen ihn mit Eltern, Onkel und Oma im Boizenburger Kino in fertiger Form zum ersten Mal und waren vorher ein wenig aufgeregt.

Danach schrieb Torben an die Redaktion: „Der Film hat mir und meinem Bruder MEEEGGGAAA gut gefallen. Zwar waren wir an einigen Stellen, wo wir eigentlich zu sehen waren, nicht zu sehen, aber dafür waren wir an anderen Stellen wieder länger zu sehen. Alles in allem hat man uns ganze fünf Mal gesehen mal mehr, mal weniger auffällig. Unsere Namen wurden sogar im Abspann erwähnt.“

Die beiden möchten unbedingt weitermachen als Komparsen.

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