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Unterwegs im Herbst : Unfallgefahr bei Laub und Nässe

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Polizei mahnt zu angepasster Fahrweise auf herbstlichen Straßen. Sicherheitsempfinden bestimmt das Tempo.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Es ist eine der typischen Szenen im Herbst auf den hiesigen Straßen. Auf der Strecke zwischen Bandenitz und Hagenow knallt es beinahe, weil wieder einmal ein so genannter Lückenspringer unterwegs ist. Der Fahrer eines Kleinwagens setzt immer zu einem rasanten Überholmanöver an, wenn er im Gegenverkehr auf Sichtweite kein Fahrzeug erkennen kann. Das wäre jedoch sowohl ihm als auch vielen weiteren Verkehrsteilnehmern auf der Strecke beinahe zum Verhängnis geworden. Bei einem dieser Manöver nämlich verspekuliert sich der junge Mann, der einen Transporter und einen LKW hinter sich lassen will, gewaltig. Der Gegenverkehr rast auf ihn zu, er sieht, dass die Lücke zu eng wird. Vollbremsung - was für ein Fehler. Denn unter den Reifen des kleinen Flitzers befindet sich Laub. Die Räder blockieren, das Auto rutscht im Blindflug weiter. Zum Glück ragiert der Fahrzeughalter im Gegenverkehr geistesgegenwärtig und verringert bewusst und kontrolliert schon frühzeitig seine Geschwindigkeit. Nach ein paar Schlenkern kommt der „Raser“ hinter dem LKW zurück in seine Spur - der Transporter ließ ihm Platz - Glück gehabt!

„Unfassbar“, sagt der stellvertretende Revierleiter in Hagenow, Gordon Tiesler. „Wie sehr sich einige Verkehrsteilnehmer bei waghalsigen Aktionen gefährden. Aber eben auch andere. Es sollte eigentlich bekannt sein, dass Lückenspringen auf dieser Strecke nichts bringt. An der nächsten Ampel trifft man sich meistens ohnehin wieder“, so Tiesler.

Mindestens genauso kritisch wie das Überholen bei eingeschränkter Sicht bewertet Tiesler allerdings das Fahren auf rutschigen Straßenbelegen. „Gerade jetzt nach dem Sturm waren so viele Blätter und Nadeln auf die Strecken geweht worden. In Verbindung mit der Nässe durch den Regen kommt es hier immer wieder dazu, dass die Straßen seifig sind. Wer da zu schnell unterwegs ist, kann schlecht bremsen“, so Tiesler.

Gefährlich beim Bremsen ist hier vor allem das Blockieren der Räder. In diesem Zustand lässt sich ein Fahrzeug nicht mehr steuern. Wer dann am Lenkrad reißt, landet nicht selten im Straßengraben oder noch viel schlimmer: am Baum. Deshalb gilt: ohne Anti-Blockier-System muss noch immer auf die Intervall-Bremsung zurückgegriffen werden. Bremspedal drücken, loslassen, bremsen.

Und noch eins war dem stellvertretenden Revierleiter in Hagenow wichtig: „Wir bitten alle Autofahrer auch Rücksicht auf Langsamfahrer zu nehmen. Denn jeder kann auf glatten Straßen nach seinem eigenen Sicherheitsempfinden auch sein Tempo wählen. Es gilt keine Mindestgeschwindigkeit auf Autobahnen. Wenn jemand auf der Landstraße 50 Kilometer pro Stunde fährt, darf er das. Dahinter heißt es dann, Geduld zu bewahren und erst dann zu überholen, wenn es erlaubt ist und niemand gefährdet wird“, so der Hagenower Polizeibeamte.

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