Hagenow : Unfälle mit Radfahrern häufen sich

Fahrradunfälle enden nicht immer glimpflich.
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Fahrradunfälle enden nicht immer glimpflich.

Polizei ruft zu mehr Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme auf

svz.de von
21. Juli 2015, 09:57 Uhr

Ein Radfahrer hastet an einer Fahrzeugkolonne vorbei und touchiert das Kinderfahrrad  einer Familie, die an einer Ampel die Fahrbahn überqueren will. Der Vater kann gerade noch sein Kind festhalten, damit es nicht mit dem Rad stürzt. Der Unfallverursacher kümmert sich nicht um den Vorfall, sondern fährt einfach weiter. So geschehen am Donnerstag in Hagenow an der Ecke Bahnhof-/Feldstraße.

Die Polizei registriert gemessen an der Gesamtunfallzahl relativ viele Unfälle mit Radfahrern. Allein in der vergangenen Woche gab es fünf, vier allein in Hagenow, wie der Chef  des Hagenower Polizeireviers, Uwe Mathews, berichtet.  Er verweist auf die jüngste Statistik der Polizeiinspektion Ludwigslust, wonach sich die Zahl der Fahrradunfälle im Landkreis Ludwigslust- Parchim  auf einem relativ hohen Niveau eingepegelt hat.  Demnach kamen  bei 188 Unfällen, an denen Fahrradfahrer im vergangenen Jahr beteiligt waren, 141 Personen zu Schaden.  28 Fahrradfahrer erlitten schwere und 110 weitere leichte Verletzungen,  drei Radfahrer starben. Die Ursachen  sind  aus Sicht der Polizei entweder  eigenes Verschulden, wie das riskante Überqueren von viel befahrenen Straßen oder Kreuzungen, bzw. das falsche Verhalten  an Fußgängerüberwegen, oder Fehler anderer Verkehrsteilnehmer.

„Das Thema Sicherheit für Radfahrer liegt uns angesichts dieser Zahlen sehr am Herzen“, betont Mathews. Der Erste Polizeihauptkommissar erinnert an die möglichen Folgen derartiger Unfälle. Komme es zu Kollisionen, ziehe der Radfahrer den Kürzeren, weil er nun  keine „Knautschzone“ habe, sagt er. Deshalb begrüßt die Polizei, wenn Radler Warnwesten tragen.  Fahrradfahrer sollten zudem zur eigenen Sicherheit auch einen Helm nutzen.

Selbstverständlich sollten auch die Räder voll den Anforderungen der Verkehrssicherheit genügen, fügte Mathews hinzu. Sprich über eine Beleuchtung und Reflektoren verfügen. Das sei beim klassischen Mountain-Bike nicht der Fall, deshalb seien sie  für den Straßenverkehr nicht zugelassen. Auch Rennfahrer müssten sich bei Trainingsfahrten an die Vorschriften halten und dabei Fahrradwege – wenn vorhanden – nutzen.

Mathews forderte die Autofahrer auf, beim Anblick von Radfahrern auf der Straße Vorsicht walten zu lassen. So müsse ein Sicherheitsabstand beim Überholen eingehalten werden. Besondere Vorsicht gelte auch beim Abbiegen, weil in einigen Fällen Radfahrer Vorfahrt hätten. Zudem sei zu beachten, dass Fahrradfahrer an einigen Stellen auch  entgegengesetzt der Einbahnstraße fahren dürften. Deshalb gelte es, die Verkehrssituation immer genau zu beobachten.   Beispiel Hagenow: Dort gibt es im Tempo 30-Zonen-Stadtgebiet verschiedene gefährliche Ecken wegen der dort geltenden Rechts-vor-Links-Regelung. 

Aus Sicht der Polizei sollten Radfahrer insbesondere an Straßenkreuzungen und an Einmündungen aufmerksam unterwegs sein und prinzipiell Radwege nutzen.

Der Vorfall vom Donnerstag ist bei der Polizei natürlich nicht vergessen. Sie ermittelt, wie  Torsten Paetow, Erster Kriminalhauptkommissar, sagt. Gesucht werden Zeugen des Geschehens.

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