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Wittenburg : Unesco-Schule: „Postet es in alle Welt“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gymnasiales Schulzentrum Wittenburg trägt seit gestern als Modellschule für UN-Organisation einen ganz besonderen Titel. Feierstunde im Rathaus der Stadt

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Es kommt selten vor, dass ein Schulleiter seine Schüler auffordert, Facebook und andere digitale Kanäle zu nutzen. Michael Kühnel, der Chef des Gymnasialen Schulzentrums Wittenburg, tat es gestern dennoch und voller Stolz. „Postet es in die Welt hinaus, damit alle wissen, dass an unserer Schule ein besonderer, ein weltoffener Geist herrscht.“

Es war der Tag des Schulzentrums, das mit seinen gut 800 Schülern so etwas wie ein unterschätzter Riese der Region ist. Nach jahrelangem Streiten und Leben nach den Regeln und Grundsätze darf sich die Schule nun auch offiziell als Unesco-Projektschule bezeichnen. Ein Titel der selten ist und Verpflichtung bleibt. Demokratie-Erziehung, Menschenrechtsbildung, Austauschprogramm, Wasser-Projekt, Monte-Cassino oder Tansania - all diese Stichworte stehen für Projekte und Ziele, die an der Wittenburger Schule seit Jahren gelebt werden.

Obwohl die Feierstunde für viele Schüler sicherlich etwas zu lang war, so waren doch Stolz und Anspannung bei den gut 50 Klassensprechern spürbar. Es war ein ganz besonderer Tag für die Einrichtung und die ebenso stolze Stadt stellte nicht umsonst den repräsentative Rathaussaal zur Verfügung. Da machte es nichts, dass der Ehrengast aus Berlin, der Bundeskoordinator für Unesco-Projektschulen Heinz Jürgen Rickert, krankheitsbedingt absagen musste. Schulleiter Kühnel machte aus der Not eine Tugend und trug dessen Rede vor.

Rickert waren zwei Slogans aufgefallen: „Wir engagieren uns und jede Bewegung beginnt im Kopf. Exakt so soll und muss es sein. Wir benötigen den Aufbruch in unseren Schulen, die Bewegung und Teilhabe aller, um verkrustete Strukturen in unserer Bildungswirklichkeit möglichst rasch über Bord zu werfen.“ Die Schüler sollten sich mutig und beherzt gegen den deutschtümelnden Mainstream stellen.

Anschließend übergab Doris Lipowski vom Bildungsministerium aus Schwerin die Urkunde an den Schulleiter. Die Feststunde wurde umrahmt vom Chor der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Maria Waack und Richard Gubalke am Klavier. Ein besonderes Dankeschön und viel Beifall gab es für die Lehrerin Karin Kasten, die Seele des Projektes an der Schule. Nach der Feierstunde ging es für die Schüler direkt zur Zeugnisausgabe. Den neuen Titel will und muss die Schule regelmäßig verteidigen, denn oft wird er nämlich nicht verliehen.

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