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Wittenburg : Uneins über neuen Windpark bei Lehsen

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Planer wollen bis zu sieben Windkraft-Türme bei Perdöhl in die Landschaft stellen. Jetzt berät der Wittenburger Hauptausschuss über das Vorhaben.

svz.de von
erstellt am 02.Okt.2012 | 12:19 Uhr

Wittenburg | Bisher prägen das Alpincener und das neue Tiefkühllager von Dr. Oetker neben der Kirche die Silouhette in der Wittenburger Gegend. Geht es nach den Planern von "naturwind" aus Schwerin soll sich das bald ändern. Bis zu sieben Windtürme teils gigantischen Ausmasses könnten nahe Perdöhl und Lehsen errichtet werden, wenn das Verfahren durchgeht. Die Rede ist von modernen Anlagen mit einer Leistung von drei Megawatt und mehr. Konkret bedeutet das eine Nabenhöhe von 120 plus. Im Extremfall drehen sich die Rotoren der Giganten bis in 200 Metern Höhe.

Daneben sehe auch das Alpincenter wie ein Spielzeug aus. Doch das nur eine Idee, allerdings eine recht konkret.

Das Planungsunternehmen "naturwind" hat gemeinsam mit der Wemag auf der jüngsten Stadtvertretersitzung ihre Pläne vorgestellt. Die "naturwind Schwerin GmbH" war gemeinsam mit der Wemag (an der auch die Stadt Wittenburg Anteile hat) an die Stadt getreten, um Planungen für einen möglichen Windpark auf meist städtischem Gebiet im Dreieck zwischen Perdöhl, Lehsen und Wittenburg vorzustellen. Mehr als eine Vorstellung war das zunächst nicht, nun soll im Hauptausschuss über das Projekt beraten werden. "Wir haben nichts beschlossen, das Projekt ist an uns herangetragen worden. Jetzt wollen wir uns erst einamal eine Meinung zu diesem Thema bilden", erklärte Wittenburgs Bürgermeister Norbert Hebinck auf Nachfrage unserer Redaktion. Bisher war von einem Windpark an dieser Stelle, nahe des Truppenübungsplatzes Helm noch nicht die Rede gewesen. Doch die Hersteller und mit ihnen auch die Planer sind mit Hochdruck auf der Suche nach geeigneten so genannten "On-Shore-Anlagen". Und sie haben dabei politischen Rückenwind.

"Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat beschlossen, den Flächenanteil von Eignungsgebieten für die Errichtung und den Betrieb von Windanlagen von derzeit rund 0,7 auf 1,4 Prozent zu verdoppeln", schreiben die Planer dann auch als grobe Einordnung den Wittenburger Stadtvertretern auf. Und sie sind fündig geworden, es geht um gut 1000 Hektar. Das haben die Planer bereits unter mehreren Gesichtspunkten begutachtet. Natur- und Landschaftsschutz würden eingehalten, genau wie die Abstände von 800 Meter zu Einzelhäusern und 1000 Meter zu Siedlungen und Orten. Gedacht sind die Anlagen für einen Zeitraum von 25 Jahren, danach soll alles zurückgebaut werden.

Für die Stadt Wittenburg, ihr gehören die meisten Flächen auf dem Gebiet, wäre der Windpark auch finanziell eine lohnende Sache. Jedoch nicht gleich, ab dem 5. Betriebsjahr könnten Gewerbesteuern fließen. Die Planer sprechen von 10000 Euro pro Jahr und Windturm. Bei 20 Jahren wären das 200000 je Anlage oder 1,4 Millionen Euro für alle sieben. Dazu kommen die Pachten für die direkten Standorte der Windanlagen. Da geht es dann um Summen von 32000 bis 40000 Euro.

Doch noch ist unklar, ob überhaupt gebaut werden darf. Bisher hat sich an allen Standorten sehr schnell der Widerstand der Bürger geregt. Schattenwurf, Lärm, Wertminderung der Grundstücke sind immer wieder vorgebrachte Argumente. Zumal die Riesentürme für Jahrzehnte eine ganze Region optisch prägen würden.

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